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STR Mag. Sepp Wimmer
Das Budget
2002 ist so stark wie keines der vergangenen Jahre durch übergeordnete
Bundesbudgetmaßnahmen geprägt. Der kommunalpolitische Spielraum bei der
Budgetfestsetzung ist daher noch geringer geworden. Nichtsdestotrotz ist
und bleibt das Budget die in Zahlen gegossene politische Willensbildung
einer Gemeinde.
Umweltbereich
Im Bereich Umweltschutz ist es grundsätzlich ein positiver Ansatz, dass
die Stadtgemeinde den Beitritt zum Klimabündnis beschlossen hat. Insgesamt
sind aber im Jahr 2002 für Umweltmaßnahmen gerade einmal 0,14% des Gesamthaushaltes
vorgesehen. Dies ist für die BGU entschieden zuwenig um auch glaubwürdig
Umweltziele realisieren zu können. Der derzeitige minimale Prozentsatz
für Investitionen in eine nachhaltige ökologische Politik ist für uns
auch ein Zeichen für den Stellenwert des Natur– und Umweltschutzes in
der Klosterneuburger Politik. Dabei könnten jährlich konkrete Projekte
im Rahmen des Klimabündnisses gerade einheimischen Unternehmen zugute
kommen.
Verkehrsbereich
Das Warten auf das ökologisch, verkehrstechnisch und finanziell unsinnige
„Nostalgieprojekt Martinstunnel“ hat höchst notwendige Maßnahmen im Verkehrsbereich
wieder verhindert. Doch unsere Kritik bezieht sich nicht nur auf das Fehlen
eines Gesamtverkehrskonzeptes, sondern auch auf einzelne, seit Jahren
nicht im notwendigen Ausmaß berücksichtigte Maßnahmen, z.B. Für den Radverkehr.
Obwohl ein fertiges Radverkehrskonzept vorliegt, wurden wiederum keine
Mittel budgetiert!
Sozialbereich
Unserer Meinung nach sollte man sich im sozialen Bereich nicht mehr damit
zu zufrieden geben, die zahlreichen verschiedenen privaten Initiativen
und Vereine, die den nötigsten Bedarf abdecken, finanziell zu unterstützen.
Für uns wäre es an der Zeit, mit diesen Initiativen und Vereinen gemeinsam
ein Sozialzentrum (mit diversen Beratungseinrichtungen, Frauen- und Familienberatung,
Räumen für Selbsthilfegruppen, Notwohnungen sowie einem Seniorentagesheim)
zu realisieren. Dazu bietet sich im Zentrum der Stadt, in unmittelbarer
Nähe des Krankenhauses, ein Grundstück (ehemaliges Agnesheim) an. Hier
könnte zusammen mit anderen öffentlichen Einrichtungen (Spielplätzen,
Freilufttheater, etc.) ein modernes städtisches Kommunikationszentrum
entstehen.
Auch
die Ausgestaltung der Stadt hinsichtlich einer Verbesserung der Mobilität
für unsere BürgerInnen mit Handicap (also behinderten Menschen), z.B.
akustische Ampelanlagen, taktile Anlagen bei den Haltestellen, ausreichende
Breite von Gängen, schiefe Ebenen bei Stiegen, etc., findet in diesem
Budget 2002 keinen Niederschlag.
Kulturbereich
Ein Budgetansatz für Junge Kultur, freche, avantgardistische, nicht nur
in den Museen, sondern auch draußen bei den Menschen, auf den zahlreichen
Plätzen Klosterneuburgs, findet sich auch nicht in dem für uns notwendigen
Ausmaß wieder. Angemessene Budgetposten für Freiluftkonzerte, Straßentheater,
Mondscheinkino, Skupulturen-Events und vieles mehr fehlen in diesem Budget
2002.
Neue
Technologien
Hier wurde im Budget 2002 der Bedeutung dieser neuen Informations- und
Kommunikationsmöglichkeiten in weiten Teilen Rechnung getragen. Im Budgetposten
elektronische Datenverarbeitung sind 113.878 € veranschlagt. Darüber hinaus
wurden (und werden) in vielen Abteilungen moderne EDV-Komponenten installiert.
Ein sehr gutes Beispiel ist das GIS (das Geographische Informationssystem),
das Kommunaldatenerhebungen und somit rascheste Information unserer BürgerInnen
ermöglicht. Der nächste logische Schritt wird eine kommunale Internet
Informations- und Kommunikationsschiene sein.
Abschließend
standen wir von der BGU, der grünen Fraktion im Gemeinderat, nun vor dem
Problem, über ein Budget 2002 abzustimmen, dem wir zwar in vielen Bereichen
unsere Zustimmung geben konnten, das wir jedoch in manchen Bereichen als
unzureichend oder falsch ablehnen (z.B. Umwelt, Verkehr, etc.). Auf Grund
der noch immer praktizierten Handhabung das Budget als Ganzes, in „Bausch
und Bogen“ ohne kapitelweise Abstimmung und ohne wirkliche inhaltliche
Debatte abzustimmen, war für uns eine Zustimmung zu diesem Budget 2002
nicht möglich.
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