Grüner Frauenpreis geht heuer an die Beratungsstelle Klosterneuburg!

Ökostrom - Steigen Sie um!

Mag. Renate Kromer

Die Grünen NÖ verleihen heuer bereits zum zweiten Mal den “Grünen Frauenpreis, Rosa Mayreder“. Diesmal konnte ein Klosterneuburger Projekt, nämlich „Girls beraten Girls“, die unabhängige Jury überzeugen. Der Preis ist mit ATS 30.000,- dotiert und nach der Philosophin und Frauenrechtlerin Rosa Mayreder (am 500,- Schein abgebildet) benannt.

Fraktionsobfrau Brigid Weinzinger würdigte die unverzichtbare Arbeit von Fraueninitiativen und verwies darauf, dass dem Frauenbudget nur etwa 0,7 Promille, das sind ATS 4,1 Millionen des NÖ Landesbudgets zur Verfügung stehen.

Insgesamt waren neun interessante Projekte eingereicht, die Jury - bestehend aus der ehemaligen Frauenministerin Johanna Dohnal, Dr. Elisabeth Holzleithner vom Institut für Rechtsphilosophie, Gerda Klaffenböck, Agentur Südwind, Irene Brickner, Journalistin und Marietta Schneider, AUF-Frauenzeitschrift - wählte “Girls beraten Girls“. Die Beratungsstelle Klosterneuburg bietet Information, Hilfe und Beratung für Familien und Partnerschaften in Krisenzeiten an. Neben der Familienberatung, der Beratung bei Gericht für von Scheidung Betroffene und dem Projekt Einstieg/Wiedereinstieg für Frauen nach der Familienpause startete das Team der Beratungsstelle das Siegerprojekt „Girls beraten Girls“.

Selbstbewusst, unerschrocken, durchsetzungsfähig - so wünschen sich die meisten Mütter (und Väter) ihre Töchter. Und so zu werden scheint für viele Mädchen selbstverständlich.

Mädchen orientieren sich sowohl an der traditionellen Frauenrolle als auch an modernen Rollenbildern wie „Powerfrauen“ oder „Karrierefrauen“. Diese beiden Rollen verbinden zu wollen erfordert Höchstleistungen und schafft Verwirrung. Spricht man mit jungen Mädchen, so scheinen sie zunächst sehr selbstbewusst und eine klaren Lebensweg verfolgend. Doch hinter der coolen Fassade lauern nach wie vor typisch weibliche Stolpersteine, und die Sorgen und Probleme ähneln verdächtig den Teenagersorgen vergangen geglaubter Zeiten.

Bemühungen, Mädchen gleiche Chancen zu eröffnen, sollen möglichst früh gesetzt werden.

Die Pubertätszeit erscheint besonders geeignet, Rollenklischees zu hinterfragen und Fähigkeiten (neu) zu entdecken. Besonders wichtig ist dies auch deshalb, da in dieser Zeit weitreichende Entscheidungen bezüglich Ausbildung und Beruf getroffen werden müssen. Das Ziel ist, die „Krise Pubertät“ gestärkt und selbstbewusst zu bewältigen. Die Suche nach der eigenen Identität erfordert die Auseinandersetzung mit großen körperlichen, seelischen aber auch gesellschaftlichen Veränderungen (im Gegensatz zu Burschen sind Mädchen damit konfrontiert, dass sie aufgrund der körperlichen Veränderungen erstmals als Frau von der Umgebung wahrgenommen werden). Die Jugendlichen müssen dafür viel Kraft aufwenden, und nicht immer verläuft diese Phase problemlos. Manche PsychologInnen sprechen sogar von der Pubertät als der größte Krise im Leben eines Menschen. In jedem Fall wird in diesem Alter der Grundstein für das weitere Leben gelegt. Erfahrungen, die gemacht werden, ermuntern entweder zum Aufbruch in neue Zeiten oder hindern daran.

Konkret geht es bei dem innovativen Vorhaben „Girls beraten Girls“ darum, jungen Mädchen (ca. 11 – 15 Jahre) die Infrastruktur der Beratungsstelle und das Know-how der Mitarbeiterinnen zur Verfügung zu stellen, sodass sie einen Nachmittag pro Woche „für sich“ haben. Dieser geschützte Rahmen soll es ermöglichen, Fragen im Zusammenhang mit Schulproblemen, Ablösungsschwierigkeiten vom Elternhaus oder Sexualität zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle stehen natürlich mit Rat und Tat zur Seite, verstehen sich aber nicht als Expertinnen, die den Mädchen alles erklären können, sondern bauen auf die Eigenkompetenz der Jugendlichen. Dabei wird das normale Bestreben junger Menschen unter sich zu sein in ein pädagogisches Konzept integriert und somit nutzbar gemacht.

Geplant ist weiters die Einrichtung einer Telefonhotline und die Möglichkeit persönlicher Gespräche. Derzeit wird am Aufbau einer konstanten Mädchengruppe gearbeitet - interessierte Mädchen sind also willkommen!

Bei Fragen:
Beratungsstelle Klosterneuburg,Heißlergasse 5,
3400 Klosterneuburg
Montag, Freitag 9-11h, Dienstag 17-19h,
Tel: 38 118
e-mail: beratungsstelle.klosterneuburg@aon.at homepage:www.members.aon.at/kromer