BGU-Erfolg für das Stadtmuseum:
Mazakarini-Funde wurden angekauft

Im Februar brachte die BGU einen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat zum Ankauf des Brunnenfundes aus dem Mazakarini-Haus ein: Nun befinden sich die für Klosterneuburgs Stadtgeschichte bedeutenden Objekte bereits im Stadtmuseum.

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Von GR Martina Enzmann

Rasch reagierte die Stadtgemeinde auf den BGU-Antrag: Dank der finanziellen Unterstützung durch den Museumsverein konnte nach Abklärung aller rechtlichen Belange der Fund um ÖS 90.000,- angekauft werden. Spätestens im Jahr 2003 wird er im Rahmen einer umfassenden Stadtgeschichte-Ausstellung im Haus am Kardinal-Piffl-Platz der Öffentlichkeit präsentiert. Die 1980 erstellte Broschüre „Klosterneuburg im Mittelalter – Geschichte eines Hauses“ liegt schon jetzt wieder zum Verkauf im Stadtmuseum auf.

Jahrelang war das Mazakarini-Haus in der Wilhelm-Lebsaft-Gasse 3 der kulturelle Treffpunkt in Klosterneuburg: Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen lockten ein interessiertes Publikum in das geschichtsträchtige Haus, das von Karl und Maria Mazakarini mit großer Mühe und finanziellem Aufwand liebevoll restauriert worden war. Bedankt wurde dieses Engagement seinerzeit auch mit dem Kulturpreis der Stadt.

Die erste archäologische Ausgrabung wurde von Professor Johannes-Wolfgang Neugebauer 1979 durchgeführt. Die Funde, die dabei zu Tage gefördert wurden, erbrachten neueste Erkenntnisse über das Leben im mittelalterlichen Klosterneuburg. Krüge, Töpfe, Sparbüchsen und Tischgeschirr zeugen vom hohen sozialen Status der ehemaligen Bewohner des Hauses. Die Sensation, die Jahrhunderte lang im Brunnen lagerte, stellen aber die Lederfunde dar: Schuhmode aus dem 15. Jahrhundert. Neben vielen Einzelteilen wurden Reste von mindestens 12 Schuhen gefunden, von denen einige rekonstruierbar waren. Der spitze Schnabelschuh aus feinem Leder weist auf den gehobenen Stand seines Besitzers hin.

So traurig die Tatsache ist, dass das Mazakarini-Haus als kultureller Treffpunkt nicht mehr existiert, umso erfreulicher ist der Umstand, dass nun der Brunnenfund als Dokument Klosterneuburgs Kultur- und Alltagsgeschichte im Mittelalter für die Stadt gesichert ist.