soziales
Sozialinitiativen
Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für diverse Beratungseinrichtungen (Suchtgift-, Bulimie-, Schulprobleme etc.)
sozialzentrum.bmp
Errichtung eines Sozialzentrums mit Seniorentagesheim
Kein Abschieben ins Altersheim, sondern Entlastung für pflegende Angehörige, und vor allem Steigerung der Lebensqualität älterer MitbürgerInnen durch Beschäftigung in Gesellschaft.
frau im sturm
Raum für Selbsthilfegruppen
Frauen und Familienberatung
Ausreichend Kinderspielplätze
spielende kinder
Notwohnungen
Schaffung temporärer Wohnmöglichkeiten für Menschen in Not, Raum sowie fachliche Betreuung für Frauen und Kinder, die ihr Zuhause verlassen müssen.

Langzeitarbeitslosenbetreuung

Barrierefreie Stadtgestaltung
rollstuhlfahrer
"Enthinderung" d. öffentl. Raumes (Parkplätze, akustische Ampeln, etc.)
Akkustische Ampelanlagen, Taktile Anlagen vor allem bei Haltestellen, Enthinderung von öffentlichen Gebäuden durch gute Lesbarkeit von Informationselementen, Vermeidung von schweren Türen und Türschließern, ausreichende Breite von Gängen.
 

Klosterneuburg ist (leider) durchschnittlich!

Klosterneuburg ist eine reiche Gemeinde. Eine der reichsten Gemeinden Niederösterreichs sogar. In Zeiten wie diesen, wo ein Budgetloch das andere jagt, eine Besonderheit.Umso verwunderlicher die Tatsache, dass eine Stadt von solcher Größe und solchem Reichtum auf sozialem und kulturellem Gebiet so viele Versäumnisse aufzuweisen hat. Und sich in diesen Bereichen damit zufrieden gibt, dass private Initiativen oder Vereine wenigstens den nötigsten Bedarf abdecken.

Soziale Stadt?

Ein beliebtes Thema im Wahlkampf sind Frauen, SeniorInnen, Behinderte und Kinder. Kinderspielplätze werden raschest, auch an ungeeigneten Stellen, eingerichtet, die Platzfindung für einen Kinderhort verkommt zum parteiischen Hickhack.Und was wirklich fehlt, scheint in Klosterneuburg niemandem abzugehen: Notwohnungen, Raum für Frauen oder Kinder, die (aus welchen Gründen auch immer) ihr Zuhause verlassen müssen, Beratungseinrichtungen für Suchtgift-, Bulimie- oder Schulprobleme.

Auch das Fehlen eines Seniorentagesheimes fällt unangenehm auf: Natürlich gibt es gute Betreuung alter und pflegebedürftiger Menschen durch bestehende Institutionen. Nur die Lebensqualität vieler Klosterneuburger SeniorInnen könnte sich durch beständige Kommunikation und Beschäftigung durchaus verbessern, und vielen bliebe der Weg in ein Altersheim erspart.

Wahrlich beschämend ist aber, dass unter der langjährigen VP/SP-Herrschaft die Errichtung eines Sozialzentrums, einer zentralen Anlaufstelle für all diese Belange, nicht einmal angedacht wurde. Man scheint sich mit Zusatztafeln an den Ortseinfahrten - „Seniorenfreundlichste Gemeinde" oder „Jugendfreundlichste Gemeinde" - zufriedenzugeben. Und auf Wahlplakaten die Besonderheiten dieser Stadt zu rühmen. Papier ist bekanntlich geduldig.

Und Klosterneuburg in vielen Belangen leider nur durchschnittlich.

 
 

 

Stadt der Barrieren

„Ich bin nicht behindert, ich werde ständig behindert." Ein Satz, den man von Menschen mit Handicap in Klosterneuburg oft hören kann.

Leider wurde es in unserer Stadt über die Jahre verabsäumt, den öffentlichen Raum weitgehendst barrierefrei zu gestalten. Das Argument, so viele RollstuhlfahrerInnen, Blinde etc. gibt es in der Stadt sowieso nicht, kann einfach damit entkräftet werden, dass das „barrierefreie Planen und Bauen" ja nicht nur auf diese Gruppe beschränkt ist, sondern auch ältere Menschen (die dem Österreichischen Statistischen Zentralamt zufolge in den nächsten 50 Jahren mehr als 30% der Bevölkerung ausmachen werden) und Kinder sowie Personen mit Kinderwagen einschließt, somit also rund ein Drittel der Bevölkerung.

Der Norm entsprechende Parkplätze, Erreichbarkeit von Telefonzellen, Bankomaten und Briefkästen, ausreichende Breite von Wegen und Gängen, gute Lesbarkeit von Informationselementen, leichte Bedienbarkeit von Greifelementen, die Vermeidung von schweren Türen und Türschließern, akustische Unterstützung von Ampelanlagen, taktile Markierungen - all diese Einrichtungen müssten eine Selbstverständlichkeit im öffentlichen Raum sein. Zumal die Gesellschaft auch laut Bundesverfassungsgesetz dazu verpflichtet ist, in allen Bereichen Bedingungen zu schaffen, die allen Menschen ein normales Leben ermöglichen.

Im Folgenden soll vor allem auf die Parkplatzsituation für behinderte Menschen im Zentrum Klosterneuburgs eingegangen werden.

Die obere Stadt
Im Zentrum der Stadt gibt es vier Behindertenparkplätze, wovon allerdings drei unbrauchbar sind. Die Anlage vor dem Rathaus ist parallel zum Gehsteig ausgerichtet: Der behinderte Mensch, der sein Auto selbst lenkt, muss zur Fahrbahn hin aussteigen und läuft Gefahr von Rechtsabbiegern aus der Leopoldstraße zu spät gesehen zu werden. Das Aussteigen zum Gehsteig hin in einen Rollstuhl ist aufgrund des Höhenunterschiedes in vielen Fällen unmöglich und fordert von Begleitpersonen einen hohen Krafteinsatz.

Die Stellfläche vor der Raika ist schmal, und vor allem besteht für RollstuhlfahrerInnen oder gehbehinderte Menschen keine Möglichkeit, ohne Niveauunterschied auf den Gehsteig zu gelangen.

Besonders bedauerlich ist die Tatsache, dass beim Neubau des Bezirksgerichtes und der Bezirkshauptmannschaft ebenfalls keine wirklich behindertengerechten Stellplätze geschaffen wurden: In der Tauchnergasse wurde entgegen der Empfehlung von Behindertenorganisationen der Parkplatz parallel zur Fahrbahn ohne Gehsteigabsenkung angelegt. Schrägparkplätzen oder rechtwinkelig ausgerichtetem Parkraum wäre immer der Vorzug zu geben: Gefahrloses Aussteigen, keine Beeinträchtigung des fließenden Verkehrs und Raumersparnis wären die Folgen. Nach ÖNORM sollte ein behindertengerechter Parkplatz nämlich mindestens 3,50 Meter breit sein. Bei z.B. zwei nebeneinander angelegten Behindertenparkplätzen kann die gemeinsame Ausstiegsfläche auf 1,20 Meter reduziert werden.

Bei der Hauptpost Leopoldstraße, beim Bezirksgendarmeriekommando Rumplerstraße und beim Stadtmuseum bzw. bei der Musikschule Kardinal Piffl-Platz fehlen Behindertenparkplätze überhaupt.

Die untere Stadt
Am Stadtplatz und am Niedermarkt gibt es jeweils einen Stellplatz, eine weitere Anlage befindet sich am Parkplatz des Kierlinger Bahnhofes. Besonders traurig stimmt die Tatsache, dass es beim Happyland nicht einmal einen Behindertenparkplatz gibt, obwohl es zwingend vorgeschrieben ist, ab 5 Stellplätzen einen und je weiteren 50 Stellplätzen zwei Behindertenparkplätze zu errichten.

Das Weidlinger Viertel
Zwei Behindertenparkplätze liegen direkt beim Weidlinger Bahnhof. Im gesamten Verlauf der Weidlingerstraße und Wiener Straße ist das Fehlen von geeigneten Stellplätzen allerdings besonders eklatant, zumal sich hier einige Arztpraxen befinden. Einen weiten Fußmarsch müssen PatientInnen oftmals zur Praxis einer Internistin in der Bertholdgasse auf sich nehmen, da hier die "Kurzparkzonen-Flüchtlinge" den knappen Parkraum okkupieren.

Der Behindertenparkplatz Ecke Weidlingerstraße/Anton-Bruckner-Gasse ist aufgrund seiner „Schräglage" hin zur Fahrbahn auch nicht optimal nutzbar.

Nachdenklich stimmt auch, dass viele Klosterneuburger AutofahrerInnen keinerlei Respekt vor Behindertenparkplätzen zeigen: „Ich bin nur kurz hier gestanden", ist oft als Argument zu hören. Hier wäre es nicht nur Aufgabe der Exekutive, die Überwachung zu verstärken, sondern auch die Courage aller BürgerInnen gefragt, LenkerInnen von nicht als Behindertenfahrzeuge gekennzeichneten Wägen zur Rede zu stellen.