29.6.2011



 

 

 

Kleiner Österreich Exkurs!

Bis Ende 2014 muss sich Österreich knapp 100 Milliarden Euro ausleihen, um auslaufende Anleihen und anfallende Defizite finanzieren zu können. Das ist die Hälfte des aktuellen Schuldenstandes. Verteuerte sich das Kreditportfolio des Staates auch nur um einen Prozentpunkt, erhöhten sich die jährlichen Finanzierungskosten um zwei Milliarden Euro. Das ist, um ein Gespür für die Größenordnung zu bekommen, mehr als die Hälfte der jährlichen Ausgaben für die Hochschulen.

Österreich braucht 100 Milliarden Euro. In den nächsten vier Jahren werden 60 Milliarden an Staatsanleihen fällig, der Höhepunkt wird 2014 erreicht. Das ist jenes Jahr, in dem das Land 21 Milliarden Euro auf den Kapitalmärkten auftreiben muss, um angehäufte Altschulden bedienen zu können. Nicht eingerechnet sind die bis dahin anfallenden Budgetdefizite – wie dem Strategiebericht des Finanzministeriums zu entnehmen ist, hat die Republik in den nächsten vier Jahren in Summe 40 Milliarden Euro an Abgängen eingeplant.

Schlittert dann aber noch ein Euromitglied in die Pleite, würden die Geldgeber selbst Österreich und den anderen fünf Triple A-Ländern der Eurozone ganz andere Risikoaufschläge abverlangen. Sofern sie überhaupt noch genügend Geld geben. Aber in diesem Fall druckte man einfach welches. Inflation ist, wie Politiker in zahlreichen Talkshows gern erklären, zum Glück ja überhaupt kein Thema.