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29.6.2011 Griechenland! Verantwortungslos,
Sündenbock
Was sind die Ursachen der Schulden Griechenlands? |
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Die ganz einfache Antwort ist: Die griechische Bevölkerung hat jahrzehntelang in Saus und Braus gelebt und Milliarden von Euro Schulden aufgetürmt. Eine andere Antwort wäre, große Banken, allen voran die amerikanische Goldmann-Sachs hätten im vollem Bewusstsein der prekären finanziellen Situation Griechenland und im Wissen um die Uneinbringbarkeit jahrelange teure Kredite gewährt, weil sie damit hervorragend verdienten. Eine andere Antwort wäre auch, die griechische Regierung war ein gutwilliger Adressat für den industriellen und militärischen Komplex der wirtschaftlichen Interessen der westlichen Industriestaaten. So kaufte Griechenland im Jahr 2000 (aus NATO Interessen) nicht nur um 2,4 Mrd. Euro U-Boote zur Sicherung der Ägäis vor einer möglichen Bedrohung des Westen durch die UDSSR. Nach einer Studie des schwedischen Friedensforschungsinstitutes Sipri vom März 2010 gehörte Griechenland in den vergangenen fünf Jahren zu den fünf größten Rüstungsimporteuren weltweit. Die Griechen mussten auch aus (europäischen) wirtschaftlichen Überlegungen unbedingt in die EWG, obwohl Griechenland für alle Verantwortlichen in der EU weit davon entfernt war die Stabilitätsktiterien zu erfüllen. Aber da Deutschtland und Frankreich diesen Wirtschaftsmarkt für ihre wichtige EXportwirtschaft sichern wollten, und dazu Deutschland ebenfalls nach überstandener Wirtschaftsflaute mit 3,2% die 3 Prozentgrenze nicht einhalten konnte (und ibei Einsparungen Angst hatte ihren Wirtschaftsaufschwung nicht abwürgen wollte) nahm man Griechenland in die europäische Union auf. Ein Sündenfall der die Basis für alle heutigen Probleme darstellt. Aber dass es natürlich auch durch Griechenland selbst verursachte Mssstände gibt ist unbestritten. Nur ein Beispiel: Anfang der 2000er Jahre wollte die griechische Regierung von der EU 150 Mio. Euro um endlich einen aussagekräftigen Kataster (Erfassung der Grundstücke, Gebäude, deren Art und Nutzung) für das gesamte Land zu erstellen. Die Griechen hatten so etwas noch nicht. Dies wird ihnen gewährt, wenn gleich - oder vielleicht deshalb - weil bei den griechischen Agraransuchen an die EU, die zu subventionierende Agrarfläche dreimal größer war, als die Gesamtfläche des Landes ausmachte. Als man ein Jahr später nachfragte, was aus dem "Katasterprojekt" geworden sei, erhielt man die Antwort, man habe das Projekt aufgegeben. Am Ende wurden 75 MIo Euro zurückerstattet. Der Rest war nicht mehr vorhanden. Wo das Geld geblieben wusste angeblich niemand. Und so gibt es noch viele Antworten über die Ursache der Schuldenkatastrophe und die griechische Bevölkerung ist daran durch die intensive Ausnutzung des Steuer- und Sozialsystems sicher Mitschuld, sie aber als die allein Schuldigen hinzustellen wäre ungerecht. Aber bilden Sie sich eine eigene Meinung! Mag. Sepp
Wimmer |
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Nach einer Studie des schwedischen Friedensforschungsinstitutes Sipri vom März 2010 gehörte Griechenland in den vergangenen fünf Jahren zu den fünf größten Rüstungsimporteuren weltweit. Davon profitiert auch die Bundesrepublik: Griechenland ist laut Sipri nach der Türkei das zweitwichtigste Abnehmerland für deutsche Waffensysteme. So besteht Griechenlands komplette U-Boot-Flotte nach Informationen des Tagesspiegels aus Unterseebooten made in Germany. Derzeit besitzt die griechische Marine acht von der Kieler Werft HDW produzierte U-Boote der Klasse 209. Vier weitere des Nachfolgemodells, der Klasse 214, wurden bestellt, kommen aber derzeit nicht zum Einsatz, da Griechenland die für sie und für die Modernisierung von vier älteren Booten vom Typ 209 angefallenen Zahlungen schuldig blieb. Es sollen noch rund 200 Millionen Euro der Rechnung offen sein. Dem Vernehmen nach werden nun zwei Boote der Klasse 214 gekauft, die Modernisierung der älteren wird auf Eis gelegt. Nach Informationen des Tagesspiegels kostet ein U-Boot der Klasse 214 mehr als 400 Millionen Euro. Auch das deutsche Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei-Wegmann hat in den vergangenen Jahren kräftig an griechischen Bestellungen verdient. So erhielt der Konzern im Jahr 2003 einen Auftrag für die Produktion von 170 Leopard II HEL- Panzern. 30 davon sollten sollten in Deutschland gebaut werden 140 in Griechenland. Der Wert damals: insgesamt mehr als 1,7 Milliarden Euro. Griechenland kauft rund vier Prozent der Waffen und Rüstungen, die auf den Weltmarkt kommen. Das ist eine Rekordzahl für ein Land mit einer Bevölkerungszahl von elf Millionen. Aber in Paris wie in Berlin weiß man natürlich genau, dass die Sanierung des griechischen Haushalts ohne Eingriffe in den Verteidigungsetats undenkbar ist. 2010 gibt Griechenland 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung für das Militär aus (Nato Durschnitt 1,7% der jeweiligen Wirtschaftsleistung). 2009 hatte das Land 3,16 Milliarden Euro für den Erwerb neuer Waffen bezahlt. Für 2010 sind 2,72 Milliarden Euro, für 2011 350 Millionen Euro und für 2012 nur 85 Millionen Euro geplant. Doch weder
Deutschland noch Frankreich wollen den Markt räumen, denn dann hätten
andere Lieferländer noch leichteres Spiel. Zwar hat Russland auf
maritimem Gebiet nichts anzubieten, doch mit S-300- und Tor-Raketen und
BMP-3-Schützenpanzern ist man schon bestens im Geschäft. Griechische
Armee
10.Oktober 2011 400
Panzer soll das finanzschwache Griechenland laut einem Bericht von den
USA erhalten - angeblich zum Spottpreis. Doch Kritiker warnen: Der Deal
könnte horrende Folgekosten mit sich bringen. Das Verteidigungsministerium
in Athen dementiert das Rüstungsgeschäft. Athen - Es wäre ein riesiges Rüstungsgeschäft - mitten in der schlimmsten Finanzkrise der griechischen Geschichte. Nach Informationen eines Magazins, das dem Verteidigungsministerium in Athen nahesteht, will das Land 400 Kampfpanzer von der US-Armee übernehmen. Eine offizielle Bestätigung aus dem Pentagon steht noch aus. Das griechische Verteidigungsministerium teilte auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE mit, ein solches Geschäft sei "derzeit nicht vorgesehen". Konkret geht es laut dem Bericht des "Hellenic Defence & Technology"-Magazins um 400 gebrauchte Panzer des Typs M1A1 Abrams. Diese will die US-Regierung den Griechen offenbar sehr billig überlassen - spekuliert wird über einen einstelligen Millionen-Betrag. Mit den Geräten könnten deutlich ältere Panzer, die die griechische Armee derzeit nutzt, ersetzt werden. So verlockend das Angebot klingt, so deutlich sind die Warnungen vor versteckten Kosten. In regierungskritischen Blogs wird das Geschäftsmodell mit Tintenstrahldruckern verglichen, die zwar billig in der Anschaffung, aber kostspielig im täglichen Gebrauch sind. Um genutzt werden zu können, müssten die gebrauchten Panzer laut dem Bericht nämlich zunächst aufwendig - und entsprechend teuer - in Stand gesetzt werden. Nach Informationen des "Hellenic Defence & Technology"-Magazins könnten Folgeaufträge für Wartung und Modernisierung eine zweistellige Millionen-Summe verschlingen. Geld, das die griechische Regierung mitten in der Schuldenkrise kaum zur Verfügung haben dürfte. Offenbar weitere Aufträge geplant Die Verhandlungen mit den USA beschränken sich jedoch offenbar nicht nur auf die Lieferung der Abrams-Panzer. Zusätzlich gibt es dem Bericht zufolge eine Anfrage aus Athen für 20 Amphibien-Fahrzeuge vom Typ AAV7A1. Insgesamt will das griechische Militär demnach sogar bis zu 100 der schwimmfähigen, gepanzerten Truppentransporter ordern. Über den Preis der Fahrzeuge ist bisher nichts bekannt. Angesichts der drohenden Staatspleite hatte Griechenland noch vor Monaten angekündigt, bei seinen Militärausgaben "kolossal" sparen zu wollen. Laut Verteidigungsminister Evangelos Venizelos sollten die militärischen Betriebsausgaben um 25 Prozent gesenkt werden. Im Haushalt für dieses Jahr waren bislang nur Kürzungen um 12,6 Prozent vorgesehen. Griechenland wird nach Venizelos' Worten sechs Milliarden Euro, rund 4,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts, für seine Verteidigung ausgeben. Damit läge das Land aber immer noch deutlich über dem OECD-Schnitt von 1,7 Prozent.
16.Oktober 2011 Das klamme Griechenland könnte französische Tarnkappen-Schiffe erhalten - und zwar vorerst zum Nulltarif. Vorerst! Offenbar will Paris zwei bis vier neue Tarnkappen-Fregatten an die griechische Marine liefern. Weil das hochverschuldete Land die nötigen 300 Millionen Euro pro Schiff derzeit nicht aufbringen kann, habe Paris der Athener Regierung angeboten, ihr die Fregatten für fünf Jahre kostenlos zu überlassen. Erst dann sollen die von der Staatswerft DCNS entwickelten Schiffe mit einem Preisnachlass von 100 Millionen Euro bezahlt oder andernfalls von der französischen Marine übernommen werden. Tatsächlich wird eine Umschuldung Griechenlands immer wahrscheinlicher. In diesem Fall würde die Regierung in Athen einen Teil ihrer Schulden nicht mehr zurückzahlen müssen. Falls in diesem Fall die europäischen Rettungsmechanismen greifen - und damit der Bundeshaushalt einspringt -, würde der deutsche (und österreichische) Steuerzahler einen Teil der griechischen Staatsausgaben tragen und damit auch die Kriegsschiffe aus Frankreich zumindest teilweise bezahlen.
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Was hat sich Goldman Sachs eigentlich gedacht, als sie die Tabellenwerke
der statistischen Ämter Griechenlands im Herbst vergangenen Jahres
studierten? Vermutlich in etwa, dass sie die hunderte Millionen schwere
Vertriebsprovision für die Platzierung griechischer Anleihen und
anderer Leistungen nie würden kassieren können, wenn sie die
vorgefundenen Zahlen einfach nur in Power Points und Hochglanzprospekte
gießen würden. Offenbar haben Excel-Experten und Finanzingenieure
ganz tief an den Parametern gedreht, damit Griechenland wieder als guter
Schuldner strahlen kann und bei den “neoliberalen Oligarchen”
(Zero Hedge) die Kassen klingen. |
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Einige zusätzliche Begriffserklärungen: Haircut:
In der Euro Währungskrise rechnen die meisten Experten bei einem Schuldenschnitt von Griechenland mit einem Forderungsausfall von rund zwei Drittel. Am stärksten wären in diesem Fall griechische Geschäftsbanken betroffen. Der griechische Staat schuldet den sechs größten Banken rund 48,2 Milliarden Euro. Ein Schuldenschnitt von 60 Prozent hätte für sie in der Währungskrise gravierende Folgen, bis hin zum Ausscheiden aus dem Markt der Investoren, Kapitalanleger und FondsVerwalter. Bei französischen Banken steht Griechenland mit rund 55,2 Milliarden Euro in der Kreide. Für den „Fall der Fälle“ in der Währungskrise streckt Frankreichs Regierung schon die Fühler nach dem Eurorettungsschirm EFSF aus, um die heimischen Banken aus der Währungskrise zu holen. Deutsche Banken und ihre FondsVerwalter, Investoren und Kapitalanleger wären voraussichtlich nicht im großen Maße betroffen. Sie haben bereits zum Jahreswechsel 2010/2011 deutliche Wertberichtigungen auf griechische Anleihen vorgenommen und damit den Schuldenschnitt Griechenlands bilanztechnisch vorgezogen. Anders sieht es bei den Risiken der öffentlichen Hand aus. In den Büchern von Deutschlands „Bad Bank“ Nummer 1, der Hypo Real Estate (HRE) schlummern rund 22 Milliarden Euro an griechischen Anleihen. Ein Forderungsausfall von rund 60 Prozent würde den deutschen Staatsaushalt mit rund 13 Milliarden Euro belasten. ------------------------------------------ EFSF "Europäische Finanzstabilisierungsfazilität": Dieser Rettungsschirm besteht seit Frühjahr 2010 und versorgt bisher Irland und Portugal mit günstigen Krediten. Das Geld dafür borgt sich der Fonds am Kapitalmarkt. Es wird nur ausgezahlt, wenn sich die betroffenen Länder verpflichten, drastisch zu sparen. Die Euro-Länder stellen anteilig Garantien bereit. Im Juli beschlossen die Staats-und Regierungschefs, die EFSF mit mehr Geld und Garantiesummen auszustatten - auch weil das bisherige Volumen für größere Krisenfälle wie etwa Italien oder Spanien womöglich nicht ausreichen würde. So soll die tatsächliche Ausleihkapazität von bisher 250 auf 440 Milliarden Euro aufgestockt werden. Der Garantierahmen steigt auf 780 Milliarden Euro. Der Bundestag musste dem zustimmen. Deutschland würde dann künftig Bürgschaften in Höhe von rund 211 Milliarden Euro schultern. Das sind etwa zwei Drittel des Bundeshaushalts. Außerdem soll der Fonds auch Staatsanleihen von Krisenstaaten aufkaufen können, damit deren Kurse nicht ins Bodenlose fallen. Und er soll einem hoch verschuldeten Land vorsorglich Kredite bereitstellen und Darlehen zur Rekapitalisierung seiner Finanzinstitute bereitstellen können.
ESM "Europäischer Stabilitätsmechanismus": Dieser dauerhafte Rettungsschirm löst den vorübergehenden EFSF voraussichtlich spätestens Mitte 2013 ab. Er soll 500 Milliarden Euro Kredithilfen zur Verfügung stellen können. Dabei werden die Euroländer nicht mehr nur Bürgschaften beisteuern, sondern zum Teil tatsächlich Kapital einzahlen. Das wird also unmittelbar die Staatshaushalte belasten. Auch private Gläubiger sollen sich von Fall zu Fall an den Hilfen beteiligen. Damit wäre künftig die viel zitierte "geordnete Insolvenz" von Krisenstaaten möglich. Ansonsten kann der ESM das, was die neue Version des EFSF auch kann. Er muss im kommenden Jahr noch von den Mitgliedsländern verabschiedet werden.
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