KURIER |
11.März 2010 Grüne
Nachdem die beiden Grünen Stadträte Martina Enzmann und Sepp
Wimmer zu einer erfolgreichen Protestveranstaltung gegen die FPÖ
„Skandal Präsidentschaftskandidatin“ Rosenkranz am
Klosterneuburger Stadtplatz aufgerufen haben, sind sie nun im Visier
der österreichischen Neo-Nazis. ++++++++ Seit März 2009 sorgt ein neues Projekt der österreichischen
Neonaziszene für Aufregung: Die unter dem Schutz der Anonymität
gestaltete und auf einem US-amerikanischen Server liegende Homepage
alpen-donau, welche maßgeblich aus den alten Strukturen der Volkstreuen
Außerparlamentarischen Opposition (VAPO) und der verschiedenen
Jugendgruppen der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik
(AFP) hervorgegangen ist. Die möglichst zeitgeistig gestaltete
Homepage ist auch Ausdruck eines Generationenwechsels in der zunehmend
militanter agierenden Neonaziszene. Hier hält man sich nicht länger
mit seitenlangen Abhandlungen etwa zu Arminius auf, vielmehr versucht
man mittels Aktualitätsanspruchs, spezifischer Ästhetik und
einer noch etwas aufgesetzt wirkenden Rebellenpose den Neonazismus jugendkulturell
zu verankern. |
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10.März 2010 Grünem Aufruf folgte starker Protest gegen FPÖ „Skandal Präsidentschaftskandidatin“ Rosenkranz! Ca. 150 Personen, darunter ein Großteil junger Menschen folgte gestern, Dienstag den 9.März dem Aufruf der Grünen Klosterneuburg und fand sich zur Protestkundgebung gegen die FPÖ „Skandal Präsidentschaftskandidatin“ Rosenkranz am Klosterneuburger Stadtplatz ein! Die FPÖ war mit ca. 30 AnhängerInnen vertreten. Die Gegenveranstaltung war, wie von den Grünen Klosterneuburg gewünscht gewaltfrei, aber man protestierte lautstark gegen die Infragestellung der NS-Gräuel! Von den am 14.März zur Gemeinderatswahl in Klosterneuburg antretenden Gruppierungen, deklarierte sich bei der Protestkundgebung leider als einzige nur noch die SPÖ Klosterneuburg offen zum Widerstand gegen Rosenkranz. KURIER NÖN |
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7.März 2010 FPÖ
„Skandal Präsidentschaftskandidatin“ Rosenkranz am
Grüne Klosterneuburg protestieren bei gewaltfreier Gegenveranstaltung gegen die Infragestellung der NS-Gräuel!
gegen den Rosenkranz Auftritt, der im Rahmen des FPÖ Gemeinderatswahlkampfes stattfindet, schweigend und gewaltfrei gegen diese demokratiepolitisch untragbare Entwicklung protestieren. Die Grünen Klosterneuburg rufen alle anderen, dem demokratischen Grundkonsens dieser Republik verpflichteten Interessierten, insbesondere aber, die zum Gemeinderat kandidierenden Klosterneuburger Gruppierungen auf, es ihnen gleich zu tun.
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Marietta und Friedrich Torberg-Medaille an GRÜN Stadträtin Martina Enzmann Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) verlieh am 17.2.2010 die Marietta und Friedrich Torberg- Medaille an Stadträtin Martina Enzmann. Das Totengedenken
und die Pflege jüdischer Gräber sind ein Frau Stadträtin
Martina Enzmann erhält den Preis für das Komitee zur |
Es muss um 1970 gewesen sein. Martina Enzmann war damals
acht Jahre alt. Freunde der Eltern, die in Israel lebten, wollten, zu
Besuch in Klosterneuburg, den jüdischen Friedhof besichtigen –
in der Hoffnung, auf Namen zu stoßen, die ihnen bekannt waren. Und
Martina Enzmann begleitete die Erwachsenen zum Friedhof, der am Stadtrand
gleich neben der Ortstafel liegt. In Zuge dieser Tätigkeiten lernte sie Franz Endler, den gefürchteten Musikkritiker des „Kurier“, kennen: Er engagierte sie als Assistentin für die Buchreihe „Die Wahrheit 38-45“, die er mit Peter Weiser herausgab. Ihre Aufgabe war es unter anderem, die berührenden Tagebücher der Opfer zu transkribieren. Was sie da lesen und abschreiben musste: Das blieb haften. Ihr Studium sollte Martina Enzmann – wie so viele Journalisten – nicht abschließen: Franz Endler holte sie in die Kulturredaktion des „Kurier“. 1994 gebar sie ihren Sohn Benjamin. Die Karenz bedeutete eine Zäsur: Martina Enzmann arbeitete auch danach für den „Kurier“, doch die Arbeit, die man ihr zuwies, befriedigte sie nicht. Sie war auf der Suche nach neuen Herausforderungen, sie arbeitete in einer PR-Agentur mit, sie übernahm das Lektorat der „Kleinen Klosterneuburger Zeitung“. 1999 schloss sie sich „spontan“ der „Bürgerunion“ an, wie die Grünen in Klosterneuburg damals hießen. Im Jahr darauf war Martina Enzmann Gemeinderätin. Gleich mit ihrer ersten Eingabe provozierte sie eine Erregung: Sie schlug vor, an einem Wohnhaus in der Medekgasse eine Gedenktafel anzubringen, die daran erinnern sollte, dass auf diesem Grundstück die 1914 eingeweihte, mit Jugendstilmotiven verzierte Synagoge stand. Der Tempel war im November 1938, in dieser Nacht des Frevels, schwer beschädigt und 1991 abgerissen worden. Zwölf der dreizehn Stadträte hießen Martina Enzmanns Vorschlag zwar gut – und stimmten im Dezember 2000 für die Anbringung der Tafel. Und auch knapp zwei Drittel der Wohnungseigentümer hatten nichts dagegen einzuwenden. Aber ein Freiheitlicher, gefangenen in seiner Gesinnung,
tat Martina Enzmanns Engagement als „Profilierungsversuch“
ab – und sprach von „Zwangsbeglückung“, die es
zu verhindern galt. Seine Argumente waren widerwärtig, kamen aber
an. Und Martina Enzmann wurde angefeindet. Man schimpfte sie „Judenhur“
und anderes. Doch sie gab nicht auf. Auf ihr Betreiben wurde im Frühjahr 2007 das Komitee
zur Erhaltung des jüdischen Friedhofes gegründet. Rund 80 Mitglieder
zählt der Verein. Der Zeithistoriker Gustav Spann fungiert als Obmann,
Miriam Karner, die Enkelin von Walter Lauber, als dessen Stellvertreterin.
Und zahlreiche Persönlichkeiten unterstützen die Aktivitäten
des Komitees, darunter Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, Altbürgermeister
Gottfried Schuh, Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky, Regisseur Peter
Patzak, Stiftskustos Floridus Röhrig, Nationalratspräsidentin
Barbara Prammer und Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Die
meisten von ihnen sind heute hier im Jüdischen Gemeindezentrum. Sie
sind hier, weil sie Martina Enzmann gratulieren möchten, die mit
der Marietta-und-Friedrich-Torberg-Medaille ausgezeichnet wird. Denn ohne
sie gäbe es wahrscheinlich keine Gedenktafel bei der ehemaligen Synagoge.
Und ohne sie würde kaum einer wissen, welches idyllische Kleinod
am Stadtrand von Klosterneuburg liegt. Gleich neben der Ortstafel. |
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