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Liebe
Grüne, liebe Grün-SympathisantInnen,
Eigentlich sind wir GRÜNE MadatarInnen im Gemeinderat voll konzentriert
und engagiert in der inhaltlichen Umsetzung unserer politischen Themen.
Und es geht auch ziemlich etwas voran. Leider müssen wir aber unsere
Zeit auch immer wieder auf die Richtigstellung uns Schaden wollender Aussendungen
anderer Fraktionen aufwenden. So auch Nachstehendes. In Schwarz
eine Aussendung der PUK, in Grün unsere Richtigstellung bzw.
die Ergänzung der Halbwahrheiten zur ganzen Wahrheit.
Grüne Stimmen gegen grüne Kernthemen
Der neue Stil der Stadtregierung: Aberkennen der Dringlichkeit von Anträgen
ohne jede inhaltliche Diskussion
Die Klosterneuburger Gemeinderatssitzung vom 20.5. kann als „schwarzer“
Tag der Gemeindepolitik angesehen werden. Die Mehrzahl der Dringlichkeitsanträge
von PUK, SP und MIK wurden entgegen der bisherigen Tradition, die grundsätzlich
allen Dringlichkeitsanträgen die Dringlichkeit zuerkannte, in einem
entwürdigendem Schauspiel abgeschmettert: die Einbringer wurden (entsprechend
Gemeindeordnung) aufgefordert, den Antrag zu verlesen, worauf anschließend
ohne Debatte für die meisten Anträge die Dringlichkeit per Mehrheitsbeschluss
(schwarz-grün) aberkannt wurde. Nur BM Dr. Schuh nahm sich die Freiheit
– entgegen Protest – zu den damit von der Debatte ausgeschlossenen
Anträgen eine persönliche Stellungnahme abzugeben.
Also
wenn es einen "schwarzen" Tag in der Gemeindepolitik gegeben
hat, dann war es der 8.April. Bei der GR-Sitzung an diesem Tag haben MIK
und PUK, das wenige Tage vorher zwischen allen Parteien vereinbarte Fairnessabkommen
hinsichtlich der Einbringung von Dringlichkeitsanträgen gebrochen.
Dazu auch folgende Pressemeldung am Schluß
(Orange):
Die PUK brachte
vier Anträge ein, von denen drei dieses Schicksal erlitten:
Beschleunigte
Umsetzung des „Radverkehrskonzeptes Klosterneuburg“, das bereits
seit 2001 vom Institut f Verkehrswesen (Univ. f Bodenkultur) im Auftrag
der Stadtgemeinde (!) erstellt worden war, ein sehr brauchbares innerstädtisches
Wegenetz enthält und seither in Schubladen abreift. Abgelehnt! Paradoxie:
noch im Oktober 2004 hatten die Grünen einen Antrag ähnlicher
Art gestellt!
Die
Puk hat einen Dringlichkeitsantrag zur beschleunigten Umsetzung des Radverkehrskonzept
eingebracht. Diesen Dringlichkeitsantrag wurde aber deshalb nicht die
Dringlichkeit zu erkannt (auch von uns nicht ), da in der GLEICHEN Sitzung
schon die erste Beschleunigung der Umsetzung des Radverkehrskonzept mit
dem nun schon in den nächsten zwei Monaten umzusetzenden neuen Radweg
zwischen Kierlinger-Bhf. - Happyland - gefährliche Schützenhauskurve
- bestehender Radweg - zum Beschluss vorlag.
Also, einen Dringlichkeitsantrag einzubringen, der ohnehin schon in Realisierung
ist, da geht es einem nicht um die Sache, sondern nur um öffentlichkeitswirksamen
Populismus. ABER DAS BESTE KOMMT JA NOCH! Die PUK, die mit diesen Dringlichkeitsantrag
angeblich die Umsetzung des Radverkehrskonzept beschleunigen wollte, hat
dann in der GLEICHEN Sitzung dann NICHT für die rasche Realsierung
dieses Radweges beim Happyland gestimmt. Die PUK hat nicht dafür
gestimmt!
Ich glaube, nun erübrigt sich jede Diskusssion
über die wahre Intention hinter diesem Dringlichkeitsantrag der PUK.
Es geht ihnen nicht um die Sache Umsetzung Radverkehrskonzept.
P.S. Das war übrigens nicht das erste Mal dass die PUK Dringlichkeitsanträge
einbringt - um der Öffentlichkeit sinnvolle Aktivität vorzugaukeln
- wo es schon gültige Beschlüsse bzw Vorarbeiten gibt.
Grundsatzbeschluss über die Einführung eines Umweltmanagementsystems
für die Stadtgemeinde und ihre Betriebe. Ähnlich der bekannteren
Qualitätssicherungsnorm ISO9001 gibt es seit 1996 die Norm ISO14001,
die die Richtlinien eines Umweltmanagementsystems und damit eines schonenden
Umgangs mit unserer Umwelt aufstellt. Das Magistrat von Waidhofen/Ybbs
ist als ökologische "Vorzeigegemeinde" bereits nach dieser
Norm zertifiziert. Abgelehnt! Was an den Grünen ist hier noch grün?
Dies
ist so ein Fall. Ohne sich vorher im Rathaus oder beim zuständigen
Stadtrat zu erkundigen, ob in dieser Angelegenheit nicht schon vorarbeiten
laufen, wird ein Dringlichkeitsantrag eingebracht. Na ja, vielleicht ist
das Problem für die PUK, dass der zuständige Stadtrat der GRÜNE
Umweltstadtrat Sepp Wimmer ist, und den will man vielleicht doch nicht
fragen.
Fakt ist, seit Anfang April bin ich mit der zuständigen Abteilung
in der NÖ Landesregierung in Kontakt um ein derartiges Umweltmanagementsystem
auch in Klosterneuburg etablieren zu können. Im nächsten Umweltauschsschuss
ist eine derartige Präsentation geplant.
Ob nun dieser PUK Antrag wirklich noch dringlich ist, kann jeder selbst
entscheiden. Wir haben ihm guten Gewissens keine Dringlichkeit gegeben.
Verbotstafel der Nutzung von Fernststeuermodellen und Kinderspielzeug
mit Verbrennungsmotoren auf dem Vielzweckparkplatz des künftigen
„Auparks“. Das ist zwar laut Umweltschutzverordnung verboten,
wird aber aus Mangel an Wissen oder Gleichgültigkeit missachtet.
Abgelehnt! SportlerInnen, SpaziergängerInnen und AnrainerInnen der
Strandbadsiedlung dürfen weiterhin unter Lärmbelästigung
leiden.
Ein
weiterer solcher Antrag. die Beschwerden wurden mir als Umweltstadtrat
schon im April von betroffenen BürgerInnen übermittelt. gemeinsam
mit der Baudirektion und der Strassenmeisterei wurde das Problem gelöst.
Personen mit derartigen "Gefährten" wurden angehalten den
betroffen Platz nicht mehr zu benützen. Dem wurde auch folge geleistet.
derzeit sind keine Beschwerden aus der Bevölkerung vorhanden.
Dieser Antrag hat deshalb keine Dringlichkeit bekommen.
Aufnahme einer Klausel in Ausschreibungsunterlagen der Gemeinde, dass
Firmen, die sich verpflichten, nur Fahrzeuge und Maschinen mit Partikelfiltern
einzusetzen, bei der Vergabe des Auftrags bevorzugt werden. Erstaunlicherweise
wurde diesem Antrag nicht nur die Dringlichkeit zuerkannt, sondern der
Antrag auch angenommen und zum Feinschliff dem Rechtsausschuss zugewiesen.
Dieser Antrag wurde die Dringlichkeit zuerkannt und er wurde dem Rechtsausschuss
zugewiesen.
Hier wird offenbar versucht, sachliche Diskussion mit simplen machtpolitischen
Verfahren abzuwürgen. Die PUK protestiert schärfstens gegen
diese zutiefst dem Geist der Demokratie widersprechende Vorgehensweise.
Meiner
bescheidenen Meinung als Politologe widerspricht dem Geist der Demokratie,
wenn ein demokratiepolitisch wichtige "Instrumentarien" wie
Dringlichkeitsanträge massenhaft und ohne wirkliche Dringlichkeit
eingebracht werden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil eine undiffernzierte
Anwendung eine demokratiepolitische Entwertung der Möglichkeit auf
die besondere Brisanz eines Themas hinzuweisen, darstellt.
Und
noch eine letzte Bemerkung sei mir gestattet. Das wogegen die PUK "aufs
Schärfste, als zutiefts dem Geist der Demokratie widersprechende
Vorgangsweise protesiert, ist die Handhabung in fast allen Städten
und Gemeinden. Am Beginn jeder Sitzung wird über die Dringlichkeit
jedes Dringlichkeitsantrages abgestimmt..
Mit lieben Grüßen
STR Mag. Sepp Wimmer
P.S.: Die Grünen (BGU) sind in all den Jahrzehnten sehr sensibel
mit dem Instrument "Dringlichkeitsantrag" umgegangen. Pro Gemeinderatssitzung
wurden zwischen 1 und 3 Dringliche eingebacht.
PRESSEMELDUNG
vom 23.05.2005
ÖVP
und GRÜNE ziehen demokratiepolitische Notbremse! „Pseudo-Dringlichkeitsanträge“
nicht mehr zugelassen. Nun Handhabung der Dringlichkeitsanträge wie
in anderen niederösterreichischen Städten und Gemeinden.
Zu
Beginn dieser Gemeinderatsperiode wurde von allen politischen Parteien
im Klosterneuburger Gemeinderat ein „Fairness-Abkommen“ vereinbart
mit Dringlichkeitsanträgen maßvoll umzugehen und pro GR-Sitzung
von jeder Partei nicht mehr als zwei bis drei, und wirklich nur jene die
dringlich sind, einzubringen. Dies war notwendig um die Behandlung der
eigentlichen Tagesordnungspunkte nicht zu benachteiligen und zu beeinträchtigen.
Obwohl
dieses Abkommen von der MIK (20 Dringlichkeitsanträge) schon in der
GR-Sitzung vom 8.April gebrochen wurde, wurde dies noch einmaL toleriert,
jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht die Regel sein
kann, eine Unsumme von nicht wirklich „dringlichen“ Anträgen
kurz vor der Sitzung einzubringen und damit die inhaltliche Bearbeitung
der eigentlichen Tagesordnung zu beeinträchtigen und auch das wichtige
Instrument der Möglichkeit eines Dringlichkeitsantrages demokratiepolitisch
„inflationär“ zu entwerten.
Die
demokratiepolitische Entwertung der Möglichkeit Dringlichkeitsanträge
einzubringen ist aber auch leider zur GR-Sitzung am 20.5 in beinahe obskurer
Form weitergegangen. Eine Fraktion (MIK) bringt weiterhin Dringlichkeitsanträge,
fast durchwegs abgeschrieben aus dem Internet, ein, die nicht in den Hoheitsbereich
der Stadt fallen. Eine andere Fraktion (PUK) bringt Dringlichkeitsanträge
ein, wo bereits gültige GR-Beschlüsse vorliegen, bzw. zu Themen
die schon bearbeitet werden. Die dritte Fraktion (SPÖ) bringt Themen
als Dringlichkeitsanträge ein, wo die eigenen SPÖ-Stadträte
bereits in den von ihnen geleiteten Ausschüssen keine mehrheitliche
Zustimmung für deren Umsetzung, geschweige den für eine Dringlichkeit,
gefunden haben.
Um
nun wieder ein effizientes inhaltliches Arbeiten an der normalen Tagesordnung
bei den GR-Sitzungen zu ermöglichen, haben sich ÖVP und GRÜNE
entschlossen hinsichtlich der Vorgangsweise bei der Dringlichkeit so vorzugehen
wie es in allen übrigen Städten und Gemeinden Niederösterreichs
die Regel ist. Zu Beginn jeder GR-Sitzung wird bei jeden Dringlichkeitsabtrag
über dessen Dringlichkeit abgestimmt. Bekommt der die Dringlichkeit
zuerkannt wird er anschließend inhaltlich behandelt. Das heißt,
wenn etwas „dringlich“ ist wird das Thema sofort und unverzüglich
behandelt.
Anzahl
der eingebrachten Dringlichkeitsanträge bei den beiden Arbeitssitzungen
der neuen Legislaturperiode:
Sitzung
8.4.2005
MIK
20
PUK 4
FPÖ 0
SPÖ 2
Ö/G 3
--------
29
Sitzung
20.05.2005
MIK
6
PUK 4
FPÖ 1
SPÖ 7
Ö/G 1
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19
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