23.06.2010

Aus für geplantes Golfplatzprojekt
"Weißer Hof"!

Bundesministerium für Gesundheit untersagt AUVA Grundstücksverkäufe.


Die Grünen haben am Wochenende, offensichtlich aus der gleichen Quelle die ihnen schon im Herbst 2009 Unterlagen über den geplanten „Golfplatz Deal“ der AUVA zu kommen lies, nun die Information erhalten, dass das geplante Golfplatzprojekt beim „Weißen Hof“ „gestorben“ ist. Die Medien reagierten darauf mit einer umfangreichen Berichterstattung.

Zu den Fakten:

Das für die AUVA zuständige Bundesministerium für Gesundheit hat per Bescheid der AUVA Grundstücksverkäufe für das geplante Golfplatzprojekt aus wirtschaftlichen Gründen untersagt. Grün Stadtrat Mag. Sepp Wimmer dazu: „Obwohl der Grund des negativen Bescheides des Ministeriums (zu großes wirtschaftliches Risiko) kein Schutz für immer ist, ist zumindest dieses Projekt jetzt einmal "gestorben". Aber das "Nein" des Ministeriums ist auch eine wesentliche Hürde für zukünftige Verbauungspläne.

Es freut uns Grüne ganz besonders für die Tausenden Unterzeichner der „Bürgerinitiative gegen die Errichtung des Golfplatzes“ und deren Initiatorin Fr.Dr. Rille-Pfeiffer, die einen großen Teil des Widerstandes getragen haben, dass dieses problematische Projekt nicht realisiert wurde. Und auch wenn dies vorerst nur ein Etappensieg ist, so ist es ein ganz wichtiger Etappensieg. Ich bin auch überzeugt, dass das große Engagement der Bürgerinitiative, ohne der dieses Thema nur sehr schwer so eine breite kritische öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hätte, auch in die Beurteilung durch das Ministerium eingeflossen ist. Wir danken daher allen für ihr Engagement und hoffen dass dies auch anderen Menschen Mut beim Widerstand gegen problematische Projekte gibt.“

Zu den Pressemeldungen:
KURIER


 

 


Zur Gemeinderatswahl am 14.März 2010


Um die vielen Anfragen an die GRÜNEN wie es nach dem 14.März hinsichtlich der möglichen Umwidmung des Geländes beim „Weißen Hof“ und einem möglichen weiteren Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP aussieht, halten die Grünen Klosterneuburg unmissverständlich fest:

Die Grünen Klosterneuburg werden keinerlei Umwidmung des Geländes zur Errichtung eines Golfplatzes zustimmen.

Dies ist auch eine klare Bedingung für ein mögliches weiteres Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP Klosterneuburg.

Sollte die ÖVP auf die Umwidmung bestehen, oder dies aus der Vereinbarung heraus nehmen wollen, werden die Grünen Klosterneuburg kein Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP schließen.

Das politische Szenario nach dem 14.März ist also folgendes:

A) Erhält die ÖVP Klosterneuburg die absolute Mehrheit, wird umgewidmet werden und der Golfplatz wird kommen.

B) Erhält die ÖVP Klosterneuburg nicht die absolute Mehrheit wird es nur zwei mögliche Partner geben, SPÖ und Grüne.

C) Mit der SPÖ als Partner wird die Umwidmung und der Bau erfolgen.

D) Mit den Grünen als Partner wird es keine Umwidmung und keinen Bau geben.

Unterstützung
Unterschriftensammlung überparteiliche Bürgerinitiative

Beendet!

Überparteilicher Initiativantrag mit 2.700 Unterschriften gegen Golfplatz
in der Gemeinderatssitzung vom 6.November 2009 behandelt.

Nachdem die GRÜNEN Klosterneuburg schon bei der am 2.Oktober 2009 stattgefundenen Gemeinderatssitzung sich mit einem Dringlichkeitsantrag gegen die Errichtung eines Golfplatzes beim „Weißen Hof“, einem beliebten Ausflugsziel vieler KlosterneuburgerInnen, ausgesprochen haben, wurde nun in der aktuellen Gemeinderatssitzung vom 6.November, ein von mehr als 2.700 BürgerInnen unterzeichneter überparteilicher Initiativantrag* gegen den Golfplatz behandelt.

Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu, der Vertreterin der Bürgerinitiative, Fr. Dr. Rille-Pfeiffer, die Möglichkeit zu geben ihr Anliegen dem Gemeinderat darzustellen. In den anschließenden Wortmeldungen haben die GRÜNEN Klosterneuburg ihren Widerstand gegen das Golfplatzprojekt erneuert und darüber hinaus sowohl den Grundstücksbesitzer AUVA, wie auch die potentiellen Golfklubbetreiber aufgefordert, im Interesse der besorgten Bevölkerung, endlich ihre Pläne offen zu legen.

Der Initiativantrag wurde mit großer Mehrheit in die zuständigen Ausschüsse Planung, Umwelt und Verkehr verwiesen wo die weitere Vorgangsweise beraten wird. Fr. Dr. Rille-Pfeiffer wurde darüber hinaus in den nächsten Planungsausschuss eingeladen.


Special Side
Presst die AUVA die Stadt zur Umwidmung?
Umwidmung der "Golfplatz Gründe" sowie der "Park Gründe" in Stollhof
gegen Rückhaltebecken für die Stadt?


GRÜNE gegen "Green" am "Weißen Hof"!

 

 

 


Ein Golfplatz vebraucht pro Saison
ca. 35. Mio. Liter Wasser
(35.000m3)

 


Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Fungiziden gegen Rasenkrankheiten) und darüberhninaus Insektizide und Herbizide

 

 


Bei der Zufahrtstraße Holzgasse kommt es jetzt schon zu Bürgerbeschwerden wegen der bisherigen Verkehrszunahme

 


18 Loch Anlage benötigt 200 Parkplätze

 

 

 

 

 

 

 


Verlust Erholungswert für die Bevölkerung

Golf ist ein schöner Sport, aber durchaus problematisch. 35 Mil. Liter Wasserverbrauch pro Jahr (100.000 Liter pro Tag). Fünf Gründe sprechen für die Grünen Klosterneuburg gegen einen geplanten Golfplatz im Landschaftsschutzgebiet beim Rehabilitationszentrum „Weißer Hof.“

Seit Jahren gibt es immer wieder Gerüchte über eine geplante große Golfanlage auf den Gründen des Rehabilitationszentrums „Weißer Hof“ dass der AUVA gehört. Der „Weiße Hof“ ist mit 200 Betten das größte Rehabilitationszentrum der Unfallversicherungsanstalt, jährlich werden dort über 1.500 PatientInnen aufgenommen. Das große, noch nicht verbaute Gebiet oberhalb von Klosterneuburg am Weg nach Hadersfeld, dass derzeit noch von Wäldern und Sonnenblumenfeldern beherrscht wird, steht nun wieder einmal in mitten aktueller Diskussionen um den Bau einer großen Golfplatzanlage. Das Gelände ist derzeit als Bauland Sondergebiet für den Gesundheitsbereich gewidmet. Da die AUVA keinen Bedarf, aber offensichtlich auch nicht zuletzt auf Grund der Millionenverluste - das Nachritenmagazin PROFIL berichtete im Mai dieses Jahres sogar von 92 Mio. Euro gesetzwidriger Verluste, was von der AUVA dementiert wurde - soll das Sondergebiet nun an eine GesmbH verkauft werden, die darauf einen Golfklub errichten will. Danach soll von Seiten des Landes die Umweltschutzbestimmungen aufgehoben werden und von der Stadt Klosterneuburg eine Umwidmung erfolgen. Die in einer „schwarz-grünen“ Stadtregierung befindliche ÖVP signalisiert Zustimmung, die Grünen stimmen gegen das Projekt.

Dazu Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer und Fraktionschef der Grünen Klosterneuburg: „Jedes Jahr tauchen diese Gerüchte über einen geplanten Golfplatz beim „Weißen Hof“ auf. Nur dieses Mal scheint durch die Finanzmisere der AUVA wirklich für die Umwelt und die Klosterneuburger Naturliebhaber „Gefahr in Verzug zu“ sein. Golf kann durchaus ein schöner Sport sein, ökologisch ist aber nicht. Und für uns Grüne ist der Standort für einen Golfplatz beim „Weißen Hof“ dafür nicht geeignet. Die entscheidenden fünf Gründe:

1) Ökologisch: Obwohl Golfplätze schönes Grün haben, sind sie ökologisch weitestgehend tot. Durch die notwendige permanente Behandlung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln reduziert sich die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen radikal. Weiters kommt es zu einer radikalen Veränderung des Boden- und Wasserhaltes durch Bodenverdichtung und künstlicher Bewässerung. Ein 18 Loch Platz benötigt in Österreich während eines Jahres ca. 35 Mil. Liter Wasser (35.000m3). (Ein 4 Personen Hauhalt verbraucht pro Jahr ca. 20.000 Liter (200m3.))

Im Jahr 2000 waren in Österreich 109 Golfplätze in Betrieb. Der durchschnittliche Flächenbedarf eines 18 Loch Golfplatzes beträgt mindestens 50 Hektar (1 Hektar ist 10.000m2). Auf Golfplätzen konzentriert sich der Pflanzenschutzmitteleinsatz auf ca. 25.000m2 (5 % der Platzfläche). Es werden überwiegend Fungizide gegen Rasenkrankheiten eingesetzt. Fallweise kommen auch Insektizide und Herbizide zum Einsatz.

Baustelle Golfplatz
Der Bau von Golfplätzen erfordert tiefgreifende Baumaßnahmen, ähnlich denen, die wir beim Bau des Rasen-Fußballplatzes gesehen haben. Das Geländeprofil wird modelliert durch Anhebungen, Absenkungen und Begradigungen. Golfanlagen entstehen als Großbaustellen. Für die Spielbahnen wird der Humus abgetragen und für ökologische Ausgleichsflächen verwendet. Dann werden die Bahnen ausgekoffert und mit wasserdurchlässigem Material verfüllt. Dieser Unterbau erhält weiträumige Dränagen, damit die Bahnen nach Regenfällen schnell wieder abtrocknen. Darüber kommt eine neue, fein gemischte Schicht aus Sand, Torf, Humus und anderen organischen Zuschlägen. Die derart umgebauten Flächen betragen bei einem 18-Loch-Platz bis 20 ha, das entspricht etwa 18 Fußballplätzen.

Bodenschutz
Der Boden ist ein lebenswichtiges Schutzgut wie Wasser und Luft. Seine vielfältigen Funktionen für den Nährstoff- und Wasserhaushalt müssen erhalten bleiben, vor allem die Ableitung, Filterung und Reinigung des Wassers. Großflächige Erdbewegungen mit schweren Lastwagen, Bulldozern und Schürfkübelraupen bewirken durch Verdichtung und Verknetung oft Bodenschäden, welche sich auf umliegende Quellen auswirken können (in der Schweiz ist deshalb eine bodenkundliche Baubegleitung vorgeschrieben, welche den Einsatz lastverteilender Maßnahmen überwacht).


2) Verkehr: Die einzige Anbindung besteht über die Holzgasse. Hier hat es aber schon jetzt, vor dem zusätzlichen Verkehr durch die GolferInnen, massive Proteste der Anrainer gegeben, die bis zu einer Verhandlung bei der BH Wien-Umgebung geführt haben. Da wird es einen berechtigten Aufstand der Anrainer geben. Zudem braucht eine 18-Loch Anlage ca. 200 Parkplätze. An Wettspieltagen herrscht zusätzlich reger Verkehr von Besuchern.



3) Verlust Erholungswert für die Bevölkerung: Das Gebiet rund um den „Weißen Hof“ ist eines der beliebtesten Naherholungsgebiete für die Klosterneuburger Bevölkerung. Damit wäre dann Schluss.

4) Ethische Problematik: Wie wirkt sich der Anblick von „Golf schwingenden“ Freizeitsportlern auf Menschen, die in unmittelbarer Nähe des „Weißen Hof“ als Patienten oftmals eine der dramatischden negativen Einschnitte ihres Lebens bewältigen müssen und sicher nie mehr Golfspielen können, aus?

5) Bedarf: In ca. 1 km Luftlinie besteht derzeit durch die 9 Loch Anlage Tuttendörfls bereits ein Golfplatz.

Der Fraktionssprecher der Grünen Klosterneuburg Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer betont abschliessend, dass es hier nicht um eine Verteufelung des Golfsport geht, der für viele Menschen eine schöne und erholsame Sportart darstellt, sondern dass man hier in einer sachlichen und konstruktiven Art und Weise darüber diskutieren sollte, ob es nicht doch vernüftiger wäre, aus den angeführten fünf Gründen auf eine Anlage beim "Weißen Hof zu verzichten. (Obwohl Verzicht in unserer Zeit nicht mehr "zeitgemäß" erscheint.) Die Grundfrage ist und bleibt: Ist ein Golfplatz beim "Weißen Hof" im Sinne des öffentlichen Interesses notwendig?

 

 


Zu den Pressemeldungen:

NÖN Klosterneuburg
KURIER