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Blamable Situation: Gedenktafel verhindert Erfolglos blieben leider die BGU-Bemühungen um die Anbringung einer Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge. Wie berichtet agierte FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko vehement gegen das Denkmal (und vor allem aber gegen den Gedenktext), das an das Bethaus und an die ehemalige jüdische Gemeinde erinnern soll. Nun haben die Juristen gesprochen: Da keine 100%ige Zustimmung der Hausbesitzer einzuholen war, wurde die Anbringung der Gedenktafel nicht genehmigt. Eine blamable Situation für die Stadt Klosterneuburg, das meinen nicht nur viele BürgerInnen dieser Stadt sondern auch einige hohe Rathausbeamte. Vor 56 Jahren ging das Dritte Reich unter, Millionen Menschen sind dem Naziterror zum Opfer gefallen, da dürfen sich die Juristen schon einige Monate um eine Gedenktafel und Gedenktext zanken. Dank der “wertvollen“ FPÖ-Anregung. Beschämende Agitation gegen Gedenktafel Im September 2000 brachte die BGU einen Antrag zur Anbringung einer Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge Medekstraße im Gemeinderat ein. Um diese Tafel und die Inschrift ist nun ein unwürdiger Politstreit entbrannt. Auslöser: StR Josef Pitschko - von der FPÖ.
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Von GR Martina Enzmann Waschmittelwitze, das Wohlfühlen in einer braunen Partei, offen zur Schau getragener Rassismus - all das ist in Österreich seit einigen Monaten möglich, ohne dass es einen Aufschrei politisch besonnener Menschen gibt. Diese gesellschaftspolitische Entwicklung dürfte der Persilschein für FPÖ-Stadtrat Pitschko sein, um sich vehement gegen die Anbringung der Gedenktafel und vor allem gegen die Textformulierung stark zu machen. Der Satz “In jenen Jahren fielen zahlreiche jüdische Bürger unserer Stadt dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer“, erregte besonders den Unmut des wackeren FPÖ-Mannes: „Das sind andere Bürger auch. Was hat das mit einer Gedenktafel für eine Synagoge zu tun?“, wird Pitschko in der Klosterneuburger NÖN 11/2001 zitiert. Weitere Gegenargumente der FPÖ: die Kosten der Gedenktafel wie auch der Umstand, dass bei der Eigentümer-Befragung lediglich 62% für die Anbringung einer Tafel votierten. Zur Geschichte: Im bürgerlichen Klosterneuburg fand der Nationalsozialismus sehr früh eine starke und auch gewaltbereite Anhängerschaft. Mitte der 20er Jahre waren die Nazis bereits im Gemeinderat vertreten und stellten in weiterer Folge mit Dr. Eselböck sogar den Vizebürgermeister. Die jüdische Bevölkerung lebte zwar unbehelligt in der Stadt, aber schon zu Beginn der 30er Jahre kam es zu Vandalenakten gegen das jüdische Bethaus: Zertrümmerte Fensterscheiben, kotverschmierte Eingangstüren. Der Novemberpogrom 1938, die berüchtigte „Reichskristallnacht“, brachte schwere Beschädigungen an dem Gebäude. Zerstört wurde es nur deshalb nicht zur Gänze, weil im oberen Stockwerk bereits ein Lagerraum des BDM (Bund Deutscher Mädchen) untergebracht war. In weiterer Folge wurde die HJ (Hitlerjugend) im Tempel einquartiert. Von den rund 300 Mitgliedern der Kultusgemeinde kehrte kaum jemand aus den Konzentrationslagern oder der Emigration nach 1945 nach Klosterneuburg zurück. Und diese historische Tatsache wird auch ein FPÖ-Mandatar nicht negieren können: Wessen sollte man denn gedenken auf einer Tafel an einem ehemaligen Tempel? Für Roman Scholz, den Widerstandskämpfer Klosterneuburgs, gibt es eine Gedenktafel in der Oberen Stadt. Den Gefallenen beider Weltkriege ist mit der Tutzsäule am Stiftsplatz ein Denkmal gesetzt. |
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Die Klosterneuburger Synagoge Knapp vor dem Ersten Weltkrieg wurde das jüdische Bethaus der 1892 gegründeten Kultusgemeinde Tulln/Klosterneuburg vom Architekten Jakob Schwarz erbaut und im August 1914 eingeweiht. Das Jugendstilgebäude an der Kierlinger Straße/Medekstraße bestach durch seine Fassade und seinen schöne Runderker. Durch das Novemberpogrom 1938 (siehe Bilder, Quelle DÖW) schwer beschädigt, wurde die Synagoge nach dem Krieg von der Post als Kabellager verwendet. Der jahrelange Verfall machte eine Erhaltung des Gebäudes unfinanzierbar. 1975 wurde das desolate Gebäude aus der Liste von Schutzobjekten des Bundesdenkmalamtes gestrichen. Trotz aller Bemühungen der Stadtgemeinde veräußerte der Eigentümer, die Jüdische Kultusgemeinde, die ehemalige Synagoge an eine Wohnbaugesellschaft. Der Abbruch erfolgte 1992. |