Gesundheitsfolgen für die Anrainer der Haschhofstraße?

Ökostrom - Steigen Sie um!

Die ungeheure Menge von 10.000 LKW-Ladungen im Landschaftsschutzgebiet Wienerwald bringt nicht nur einen kaum wieder gut zu machenden Schaden für die Natur und das Landschaftsbild, sondern durch den LKW-Verkehr auf der Haschhofstraße, der alleinigen Zufahrt, kommt es darüber hinaus zu einer massiven Verschlechterung der Lebensqualität und durch die Abgase zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der AnrainerInnen.

Über 200 BürgerInnen der betroffenen Siedlungen haben sich mit einem Schreiben an ÖVP Bürgermeister Schuh und an Bezirkshauptmann Straub gewandt und ersuchten um Beendigung der Zufahrts- bzw. Anschüttungserlaubnis. Bisher ohne Erfolg! BH Hauptmann Straub - seine Abteilung ist zuständig für die Genehmigung der Anschüttung - fand keine Mittel um dem Wunsch der Bevölkerung nach Schutz Rechnung zu tragen. Seine Behörde hat sogar einer Verlängerung bis 2007 zugestimmt. Bmst. Schuh, behördenmäßig zwar nicht zuständig, konnte bei seinem ÖVP-Parteikollegen Aigner (Grundstückseigentümer und Betreiber der Anschüttung) auch keine Einstellung erreichen. Auf der Strecke bleiben die BewohnerInnen, die nicht nur den Lärm der mit Erdreich vollbeladenen LKW‘s ertragen müssen. Aufgrund der Steigung kriechen diese LKW‘s förmlich in Abgaswolken gehüllt an den Wohnhäusern vorbei. Dazu muss man nämlich wissen, dass ein großer Wohnblock der Haschhofsiedlung direkt unterhalb der Haschhofstraße gelegen ist.

Diese Problematik bringt aber noch eine viel gefährlichere Situation für die BewohnerInnen dieser Häuser mit sich. Die meisten LKW-Fahrten erfolgen im Sommer. Da fallen auch die größten Mengen von Aushubmaterial von „Häuslbauern“ an. In dieser Jahreszeit ist aber auch durch die hohen Temperaturen die Entstehung des bodennahen Reizgases OZON besonders häufig. Und Klosterneuburg ist ein Spitzenreiter, was die Belastung mit OZON angeht. 12 mal wurde in diesem Sommer die Informationsschwelle (180 mg/qm) und einmal sogar die Alarmschwelle von 240 mg/qm überschritten und damit der traurige Niederösterreich- Rekord von 263 mg/qm erreicht. Und wenn man weiß, dass OZON durch Abgase von Industrie, Gewerbe und Verkehr, und hier insbesondere durch den LKW-Verkehr und dessen Diesel-Abgase entsteht, und dieses bodennahe OZON vor allem bei Kindern, Kranken und älteren Menschen Husten, Heiserkeit, brennende Augen, entzündete Atemwege sowie eine allgemeine Schwächung der Lungenfunktion bewirken kann, wenn man all das weiß, will man als verantwortungsbewusster Politiker gar nicht mehr darüber nachdenken, welchen zusätzlichen Belastungen die Menschen in unmittelbarer Nähe der Haschhofstraße an einem heißen Sommertag ausgesetzt sind.

Ist der Profit eines Einzelnen mehr wert als die Beeinträchtigung der Lebensqualität von mehr als 200 AnrainerInnen?

Die Bezirkshauptmannschaft hat den AnrainerInnen zwar verbindlich zugesagt Messungen vorzunehmen, bisher aber noch nicht kundgetan wie und wann diese erfolgen werden. (Böse Zungen behaupten inzwischen die BH wolle die OZON Belastung in den Wintermonaten messen.) Die BH hat aber auch nicht darauf vergessen die Betroffenen darauf hinzuweisen, dass die Gutachten auch zu ihrem Nachteil sein könnten. Stellt sich nur die Frage, was macht die BH dann? Beginnt sie auch eine Anschüttung und schickt dann zusätzliche LKW‘s die Haschhofstraße hinauf? Damit die Anrainer nicht zu gesund leben!

"Plant die BH eigene LKW-Fahrten?"

Man kann schon etwas sarkastisch werden, wenn man sieht, wie die Rechte von einigen hundert BürgerInnen auf Ruhe, gesunde Luft und ein Minimum an Lebensqualität von Behörden ganz einfach immer wieder negiert werden. Gerade die BH Wien-Umgebung, die ohnehin ein sehr großes Akzeptanzproblem bei der Bevölkerung hat, ist mit solchen „bürgerfernen“ Entscheidungen unglaubwürdig wie selten zuvor. Diese BH war es, die die Genehmigung für diese Anschüttung erteilt hat. Diese BH war es auch, die den Menschen im Jahr 2000 versprochen hat, dass die Anschüttungen im Jahr 2003 beendet werden. Die gleiche BH hat sie nun bis 2007 verlängert. Wem dient eigentlich eine solche BH??? Offensichtlich nicht den Bürgern!!!

STR Mag. Sepp Wimmer