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Wird
Martinstunnel Verkehrslawine auslösen ?
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Für viele in Wien Beschäftigten ist nicht nur Klosterneuburg sondern auch das östliche Tullnerfeld (das sind die Gemeinden Tulln, Tulbing, Königstetten, Sankt ndrä-Wördern und Zeiselmauer) ein idealer Wohnort. Dies bewirkt einen sprunghaften Anstieg an Gebäuden, Wohnungen und Kraftfahrzeugen und damit auch des Verkehrs vom östlichen Tullnerfeld von und nach Wien. Durch den Bau des Martinstunnels würde man viele Personen aus dem östlichen Tullnerfeld motivieren, mit dem Kraftfahrzeug über Klosterneuburg nach Wien zu fahren. Die enorme Bauentwicklung im Tullnerfeld und die damit verbundene „Bevölkerungsexplosion“ bekommt Klosterneuburg zurzeit noch nicht sehr stark zu spüren. Der Pendlerverkehr aus dem Tullnerfeld bzw. der Freizeitverkehr (Fahrt ins Sommerhäuschen bzw. Fahrt ins Grüne) macht aktuell nur 20% des Durchzugsverkehrs in Klosterneuburg aus. Sollte der Martinstunnel mit der Umfahrungsstraße gebaut werden, wird sich die Zahl der aus dem Tullnerfeld kommenden Kraftfahrzeuge im Laufe der Jahre stark erhöhen. Die Gründe, warum der Martinstunnel eine Verkehrslawine auslösen könnte, sind folgende. Während man im Klosterneuburger Planungsausschuss bestrebt ist, Raumplanungsfehler, wie sie in der Vergangenheit gemacht wurden, zu vermeiden, ist dies leider bei vielen im östlichen Tullnerfeld liegenden Gemeinden nicht der Fall. Man weist viel zu viel Bauland in den vom öffentlichen Verkehr schlecht erreichbaren Gebieten aus. Die Folge dieser expansiven Siedlungspolitik ist ein ständiges Ansteigen der Bevölkerungszahlen und damit u.a. auch ein ständiges Ansteigen des Individualverkehrs. Diese Fehlentwicklung wird besonders deutlich, wenn man die stark steigenden statistischen Zahlen wie z.B. der Wohnungen oder PendlerInnen betrachtet (siehe Grafiken 1 bis 6). Man hat sich offensichtlich bei dieser Siedlungspolitik nicht überlegt, welche Verkehrslawine man damit auslöst. Betroffen von dieser Entwicklung ist die Klosterneuburger Bevölkerung, da viele Berufstätige aus dem östlichen Tullnerfeld nach Wien pendeln. Wie stark die KlosterneuburgerInnen den Kraftfahrzeugverkehr aus dem Tullner Feld zu spüren bekommen, hängt auch von der Klosterneuburger Verkehrsplanung ab. Zurzeit ist für viele WienpendlerInnen aus dem östlichen Tullnerfeld der Weg über Klosterneuburg nicht attraktiv. Eine Erhöhung des motorisierten Verkehrsaufkommens wird dann Realität, wenn der Martinstunnel mit Umfahrungsstraße gebaut werden sollte. Der Entlastung des Stadtplatzes und des Niedermarktes stehen weitreichende Mehr- und Neubelastungen gegenüber. Das Martinsviertel, die Strecke entlang der Bahn bis Kritzendorf, das Kierlingtal, Gugging und die Siedlung Biragogasse erwarten Verkehrszuwächse von im Schnitt 25 Prozent, zum Teil auch viel höhere. Auf Dauer wird auch der Stadtplatz und der Niedermarkt nicht verschont bleiben. Bei entsprechender Verkehrsdichte wird man dann wieder über das Stadtzentrum ausweichen. Für Klosterneuburg bedeutet die großteils aus Wien stammende „Zuwandererschicht“ der Gemeinden im östlichen Tullnerfeld eine Erhöhung des durch die Stadtgemeinde Klosterneuburg nach Wien ziehenden Pendlerstromes. Durch den Bau des Martinstunnels würde man viele BerufspendlerInnen aus den Gemeinden St. Andrä-Wördern, Königstetten, Zeiselmauer-Muckendorf oder Langenlebarn motivieren, von der Franz-Josefs-Bahn auf das Auto umzusteigen und ebenso viele BerufspendlerInnen der weiter westlich gelegenen Gemeinden oder aus Tulln ebenfalls motivieren, statt der Franz-Josefs-Bahn oder der Stockerauer Autobahn die B14 über Klosterneuburg zu wählen. Nach wie vor ist die Bürgerunion noch immer der Meinung, dass der Martinstunnel keine Verkehrsentlastung, sondern insgesamt sogar eine Verkehrszunahme bewirkt. Wunschdenken oder Tatsache ? Einige Klosterneuburger Kommunalpolitiker glauben, die Verkehrsprobleme mit dem Martinstunnel einschließlich der Umfahrungsstraße in den Griff zu bekommen. So fand z.B. am 8. Juli 1997 eine Informationsveranstaltung über den „Martinstunnel“ statt. Auf die Kritik eines Anrainers aus Kierling, der durch den Martinstunnel eine Verkehrslawine aus dem Tullnerfeld befürchtet, konterte der SPÖ-Verkehrsstadtrat Preisl: Woher sollen plötzlich die vielen Autos kommen? Die gibt es im Tullnerfeld gar nicht“. GR Mag. Dr. Erich Wonka |