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Immer mehr Wohnhausanlagen = immer mehr Verkehrschaos?
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StR Mag. Sepp Wimmer Klosterneuburg hat auf Grund seiner „grünen Randlage“ zwischen Wienerwald und Donauauen und seiner Nähe zur Millionenmetropole Wien eine große Anziehungskraft für viele Menschen. Viele wollen hier wohnen. Einerseits kann sich Klosterneuburg darüber freuen, so begehrt zu sein, andererseits schafft dies auch eine Vielzahl von fast unlösbaren Verkehrsproblemen. Klosterneuburgs Topographie ist geprägt von seinen verschiedenen Tallagen sowie durch die Donau. Diese Situation lässt nur einen begrenzten Handlungsspielraum für die großflächige Bebauung, wie aber auch für die Verkehrsinfrastruktur. Der Bau großer Wohnhausanlagen ist entlang des Weidling-, Kierling- oder des Donautales (Kritzendorf) grundsätzlich sinnvoll, da durch die dort bestehende gute Verkehrsinfrastruktur (Anschluss an den öffentlichen Verkehr) das neue, zusätzliche Verkehrsaufkommen überhaupt zu bewältigen ist. Mehrfamilienwohnanlagen abseits der großen Klosterneuburger Verkehrsströme anzusiedeln, würde Klosterneuburg nicht nur einen noch stärkeren Zuwachs an Individualverkehr bescheren, sondern auch entlegene „Grünoasen“ durch zusätzliches Verkehrsaufkommen beeinträchtigen. Doch was macht man, wenn man an die Grenzen der vorhandenen Verkehrsinfrastruktur stößt? Wenn die Täler nicht noch weiteren Verkehr aufnehmen können?*, wenn sie an ihre Belastungsgrenzen stoßen, was sowohl die Aufnahme von zusätzlichem Individualverkehr anbelangt als auch den Bau neuer Verkehrsflächen. Nicht überall, wo eine Wohnbaugenossenschaft gerade noch aus einem Grundstück den letzten Quadratmeter Wohnfläche „herausquetscht“, gibt es auch noch genügend Platz für entsprechende Parkplätze und die notwendige Einbindung in die öffentlichen Verkehrsflächen. Auf Grund der derzeit geltenden NÖ Bauordnung ist in Klosterneuburg pro neu geschaffener Wohneinheit auch ein Abstellplatz zu errichten**. Der heutige Motorisierungsgrad in der Bevölkerung liegt jedoch zwischen 1,5 und 2 Fahrzeugen (statistisch) pro Wohnung. Das heißt nun, dass bei einem Wohnbau mit 50 Wohnungen eine zusätzliche Verkehrsbelastung von bis zu 100 PKW entsteht, wovon 25 bis 50 PKW keine eigene Parkfläche haben, sondern auf öffentlichen Plätzen abgestellt werden müssen. Wenn man nun auch den Besucherverkehr in die Überlegungen mit einbezieht, entsteht mit jedem Mehrfamilienwohnbau eine Verschärfung der ohnehin schon angespannten Verkehrssituation. Eine weitere negative Nebenerscheinung ist, dass durch die Verkehrszunahme in den Tälern und die dort äußerst begrenzte Möglichkeit, sichere Verkehrslösungen für andere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Radfahrer nur schwer zu schaffen sind. Bei den Fußgängern sind es gerade die (Schul)kinder, die immer größeren Gefahren ausgesetzt sind. Am Beispiel Anton Brucknerschule und Weinmayerstraße zeigt sich das am Drastischsten. Die derzeitige Schulwegmobilität der Bevölkerung ist auch ein Paradebeispiel dafür, dass aktuelle Verkehrsprobleme „hausgemacht“ sind und dass Verkehrslösungen nicht mehr alleine mit dem Bau von Straßen zu bewältigen sind. Von 1/2 8 Uhr staut es sich vor fast allen Schulen in Klosterneuburg. Fast jedes Schulkind wird von einem Elternteil mit dem PKW zur Schule gebracht. (Scheinbar würden manche Eltern am liebsten eine “drive in“ Station am Schulgang vor den jeweiligen Klassenzimmer befürworten.) Diese Staus pflanzen sich natürlich fort, bis dann im gesamten Stadtgebiet der “Verkehr steht“. Das Beispiel einer völlig uneffizienten und unkoordinierten Schulwegmobilität ist nur eines von vielen, welches aufzeigt, dass nicht fehlende Straßen die Gründe für die immer mehr zunehmenden Verkehrsinfarkte sind, sondern fehlendes Verständnis für die Leistbarkeit unserer Verkehrsinfrastruktur. Politiker (in Klosterneuburg SPÖ, ÖVP und FPÖ), die „mehr Mobilität für Alle zur gleichen Zeit“ den Menschen versprechen, führen sie bewusst an der Nase herum. Wählerstimmen bringt das noch allemal. Aber wer die Lösung der Verkehrsprobleme wirklich angehen will, muss sich vielmehr Gedanken über die Koordination der gesellschaftlichen Mobilität machen. Wenn die Aufnahmekapazität unserer Straßen 4/5 des Tages völlig ausreicht und der Verkehr nur zu bestimmten wenigen Stunden zum Erliegen kommt, sind es nicht die Straßen, die zuwenig sind, sondern unser eigenes Unverständnis für eine sinnvolle Koordination und Nutzung. --- * Dies ist wieder ein guter Beweis, dass der von ÖVP, SPÖ und FPÖ gewünschte Martinstunnel keine wirkliche Lösung für das Klosterneuburger Verkehrsproblem darstellt. Entlang des Weidlingtales wird es keinen Tunnel geben, sondern nur noch mehr Stau durch Weidling. Entlang des Kierlingtales wird es keinen Tunnel geben, sondern nur noch mehr Stau für Kierling und Gugging. In Kritzendorf wird es keinen Tunnel geben, sondern nur .... ** Man kann diesen Abstellplatz jedoch auch „ablösen“, was ca. ATS 100.000,- kostet. Das heißt, dass man ihn dann nicht mehr zu errichten hat.
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