Klosterneuburger

Streetworking Projekt

 

„Probleme hab’ ich genug. Ich wollt’ mit keinem reden, hab’ gedacht, ich komm’ schon alleine klar. Geholfen hat mir dann der Typ vom mobilen Dienst, der ist echt in Ordnung, auf den kann man sich verlassen.”


Mit Grundsatzbeschluss im Gemeinderat vom 30.9.2005 wurde das Jugendreferat mit den Vorarbeiten zur Implementierung eines Streetwork Projektes in Klosterneuburg beauftragt. Diesem Grundsatzbeschluss folgend wurden 2006 und 2007 bereits mehrere Varianten und Umsetzungs-vorschläge nach Abhaltung einer Jugendenquette sondiert.

Auf Basis einer neuen Jugendsozialraumstudie „Zwischen Villen und Zillen", durchgeführt vom Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit am Campus Wien unter der Leitung von Dr. Krisch, in Kooperation mit dem Institut für Soziologie der Universität Wien, die im Frühjahr 2009 präsentiert wurde, wurden Empfehlungen von Univ. Prof. Christoph Reinprecht vorgelegt. In diesem Konzept stellt Prof. Reinprecht einen Bedarf an sozialräumlicher Jugendarbeit fest, die es ermöglichen soll die verschiedenen „Jugenden" besser zu erreichen, Lebenswelten, die von verbandlicher Jugendarbeit weniger erreicht wird, im öffentlichen Raum anzusprechen und damit zu ermöglichen, Arrangements herzustellen, in denen es gelingt, auf individueller und kollektiver Ebene neue und positive Erfahrungen zur Lebensbewältigung und Problemlösung in Klosterneuburg zu sammeln. Anknüpfend an zahlreiche nationale und internationale Erfahrungen (u.a. Berlin, Wien) sollen selbstorganisierte Vorhaben/Ideen unterstützt werden, Beratung und Moderation bei Konflikten angeboten werden, um damit eine Verbesserung der Lebensqualität sowie Gruppenbildung und Partizipation zu ermöglichen, bzw. zu verbessern.

Prof. Reinprecht schlägt auf Basis der Studie folgende Lösung für Klosterneuburg vor: Ein mobiles Team sucht regelmäßig Jugendliche an ihren Treffpunkten auf, nimmt mit Jugendlichen das Gespräch auf, stellt Verbindungen zu Institutionen her, macht Informationen zugänglich und unterstützt die Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen und Aktivitäten bzw. fördert die Beteiligung am Stadtleben. Dazu sollen 2 halbtagsbeschäftigte Sozialarbeiter regelmäßig in der Stadt und den Katastralgemeinden unterwegs sein, die ein Angebot für Treffs z.B. einmal wöchentlich in verschiedenen Räumen in den Katastralgemeinden Betreuung anbieten. Hinzu kommt die Betreuung von bestimmten jugendaffinen Veranstaltungen und der regelmäßige Besuch bestimmter Jugendlokale. Im Rahmen eines Berichtswesens und der regelmäßigen Qualitätskontrolle werden die Ergebnisse an die Stadtgemeinde übermittelt.

Als rechtliche Konstruktion des Projektes Sozialräumliche Jugendarbeit Klosterneuburg wurde folgende Variante ausgearbeitet: Die Stadtgemeinde beauftragt den Verein Pro Juventute mit der Organisation und Durchführung des Projektes für die Jahre 2009 und 2010, ein Ausbau des Projektes auf die Standards der Landesjugendwohlfahrt ist ab dem Jahr 2011 wenn notwendig möglich, sodass bei Erfüllung der dann zu erbringenden Standards des Landes NÖ, eine teilweise Kostenübernahme durch das Land NÖ möglich werden kann. Der Verein Pro Juventute ist eine national in der Jugendarbeit tätige Organisation mit hoher fachlicher Reputation, der auch in der Lage ist, ein entsprechendes Projekt in Niederösterreich umzusetzen.

Die Kosten laut Anbot des Vereins betragen für die Implementierung, Büro-Erstausstattung und den Betrieb ab frühestens Mitte November 2009 bis Ende 2010 für 1,25 Dienstposten (2 x 20 Stunden reine aufsuchende Jugendarbeit und 10 Stunden für Supervision, Berichtswesen und Sonder-projekte, km-Geld, Betriebsmittel und Verwaltungs-Overheadkosten) € 63.275,--. Hinzu kommen die Kosten für einen Büroraum, der in Weidling geplant ist.

 

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