Gender

GRÜNE Frauen in Klosterneuburg stark aufgestellt – nicht nur am Frauentag!

Nach dem sensationellen Wahlerfolg sind die GRÜNEN in Klosterneuburg mit 9 Mandaten im Gemeinderat vertreten, 5 davon werden von Frauen besetzt. Damit sind erstmals in einer Klosterneuburger Partei mehr Frauen als Männer im Gemeinderat vertreten. Bei PUK und FPÖ gibt es einen Gleichstand von Frauen und Männern. Ganz anders schaut es freilich bei den anderen Parteien aus.

Sag mir, wo die Frauen sind

Auch wenn ÖVP/NEOS in ihrer Koalition eine „faktische Gleichstellung von Frau und Mann“ verwirklichen wollen, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Nur 4 von 21 ÖVP/NEOS GemeinderätInnen sind Frauen, davon keine von den NEOS. Warum fordert die neue ÖVP/NEOS-Koalition „eine Erhöhung des Frauenanteils in öffentlichen Ämtern und Dienststellen“ und erhöht den Frauenanteil nicht in ihren eigenen Reihen? Und wo sind die Frauen in der Klosterneuburger SPÖ – eine Partei, die in der Frauenbewegung immer eine Vorreiterrolle gespielt hat?

Frauenquote der im Gemeinderat vertretenen Parteien:

GemeinderätInnen
Gesamtfrauenquote im Gemeinderat: 29%
GRÜNE  5 von 9  56%
 PUK  2 von 4  50%
 FPÖ  1 von 2  50%
 ÖVP  4 von 18  22%
 SPÖ  0 von 4  0%
 NEOS  0 von 3  0%

StadträtInnen
Gesamtfrauenquote im Stadtrat: 29%

 GRÜNE  2 von 3  67%
 ÖVP  2 von 7  29%
 PUK  0 von 1  0%
 FPÖ  0 von 1  0%
 SPÖ  0 von 1  0%
 NEOS  0 von 1  0%

Liste Hofbauer und der wilde Abgeordnete Mohl haben als Ein-Mann-Liste natürlich keine Möglichkeit, eine Frauenquote zu realisieren.

BGM Schmuckenschlager verteilte anlässlich der konstituierenden Gemeinderatssitzung, die 2 Tage vor dem internationalen Frauentag anberaumt war, an alle weiblichen Mitglieder des Gemeinderats einen Blumenstrauß und freute sich über den Gemeinderat „mit der höchsten Frauenquote“. Dass seine Partei dazu nur einen kläglichen Bruchteil beitragen kann, quittierte er – von GR Ulrike Kobrna darauf angesprochen – achselzuckend mit der Bemerkung, dass er „durchaus gerne mehr Frauen in seinen Reihen sehen würde“ …

GRÜNE Gemeinderätinnen mit starken/vielfältigen Kompetenzen

Natürlich wäre es billig, die Bedeutung von Frauen alleine an der in diesen Tagen vielfach strapazierten und diskutierten „Quote“ zu messen. Die Gemeinderätinnen der GRÜNEN Klosterneuburgs, Gina Doppelhofer, Irene Edtmayer, Jacqueline Eschlböck, Eva-Maria Feistauer und Ulrike Kobrna punkten mit einer breiten Palette an Kompetenzen und Erfahrungen. Diese reichen von Kultur über den Gesundheits- und Sozialbereich, über Kommunikation, Coaching und Erwachsenenbildung, bis hin zu Wirtschaft, Finanz und Immobilienentwicklung, sowie natürlich auch über Ökologie und Nachhaltigkeit bis zur Gründung von (Bürger)Initiativen und Interessenvertretungen.

Gina Doppelhofer arbeitet derzeit in der Verwaltung im neuen Gesundheitsressort Donaupark. Als geborene Klosterneuburgerin, die beruflich immer wieder im medizinischen Bereich tätig war, erinnert sie sich besonders stolz auf ein „berufliches Highlight“, die Organisation einer PatientInnen-Gruppe, Leitung der Beratungsstelle und Gründung eines Dachverbandes im Donauklinikum Gugging im Rahmen der „Schlaganfallselbsthilfe NÖ“ am Institut zur Erforschung und Verhütung des Schlaganfalls in den frühen 2000er Jahren. Anliegen im Sinne des Tierschutzes sind bei Gina Doppelhofer, die selbst eine Hündin besitzt, gut aufgehoben. Ökologie setzt sie in erster Linie praktisch um, z.B. indem sie auf ein Auto verzichtet und sich mittels E-Bike durch den Alltag bewegt. Im Sinne der Gleichstellung der Geschlechter wünscht sie sich, dass „irgendwann nicht mehr danach gefragt wird, sondern die Kompetenz zählt“.

Nach einem Informatik- und Musikstudium ist Irene Edtmayer im Laufe der Jahre in die internationale Immobilienentwicklung hineingewachsen, wo sie auch derzeit tätig ist. Als engagierte Weidlingerin hat sie u.a. 2016 die Bürgerinitiaitive „Stopp Bauklasse IV in Weidling“ gegründet, ist Mitorganisatorin des „Frauenfrühstück Klosterneuburg“, musiziert ab und an bei Konzerten und ist bei vielen lokalen Diskussionsveranstaltungen zu sehen und hören in ihrem unermüdlichen Einsatz für Schützenswertes in Natur und Städtebau bzw. Erhaltung von historischen Ortskernen. Irene Edtmayers Motto - frei nach Gabriel Barilly - „Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Schönen“ spiegelt ihren Optimismus und ihren Willen das Schöne auch wahrzunehmen wider.

Jacqueline Eschlböck leitet seit der vergangenen Amtsperiode in ihrer ruhigen und zurückhaltenden Art als Stadträtin das Ressort Hochbau (in Zukunft: Neu- und Hochbau). Sie investiert viel Zeit in diese Funktion, hat sich zu Beginn rasch eingearbeitet und sich in sehr kurzer Zeit den Überblick über die komplexe Materie verschafft. Es ist ihr ein großes Anliegen, mit den MitarbeiterInnen im guten Austausch zu sein, was ihr zweifelsohne in den letzten Jahren gut gelungen ist. Ihre zweite große Leidenschaft gehört der Medizin, mit dem Schwerpunkt auf alternativmedizinische Methoden sowie Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie. Jacqueline Eschlböck war und ist mit der Betreuung und Pflege kranker und älterer Personen vertraut, besonders wichtig ist ihr die medizinische Versorgung, ein würdevolles Leben und letztlich Sterben und die Hilfe und Unterstützung, die dafür benötigt wird. Besonders Augenmerk legt Jacqueline Eschlböck auch auf die Sprache, für sie zählt das Miteinander: „Es gibt für jedes Problem eine Lösung, nur muss man darüber reden“.

Eva-Maria Feistauer hat sich in den frühen 90er Jahren in Weidlingbach angesiedelt und betreibt dort ein Unternehmen im Bereich ökologischer Beratung und Nachhaltigkeit sowie Handel mit Naturprodukten. Ihr Motto, das da lautet: „BIO aus Leidenschaft und Überzeugung“, ist gelebte Nachhaltigkeit. In diesem Sinn hat sie sich auch in ihrer bisherigen Arbeit in den Gemeinderats-Ausschüssen Wasser, Umweltschutz und Abfallwirtschaft eingebracht. Was sie im Großen - der Gemeindepolitik - vertritt, lebt sie im Kleinen – in ihrem persönlichen Umfeld – beispielhaft vor und wird auch nicht müde, abseits ihrer unternehmerischen Tätigkeit, jederzeit hilfreiche Tipps für ökologisches und umweltfreundliches Verhalten zu geben.

Nach langjähriger Tätigkeit in der Suchtforschung und zuletzt als Betriebsrätin für knapp 300 Angestellte im Anton Proksch Institut tätig, ist Ulrike Kobrna seit kurzem frischgebackene Pensionistin. Einen Teil der „gewonnenen“ Zeit wird sie ab nun verstärkt ihrer Gemeinderatstätigkeit widmen. Als Initiatorin und (Mit)Gründerin zahlreicher Projekte im Non-Profit-Segment, hat Ulrike Kobrna auch in Klosterneuburg diesbezügliche Spuren hinterlassen: die heutige Kindergruppe „Wasserfloh“ sowie die Alternativschule „Freiraum“, beide in Kritzendorf, hat sie 1998 bzw. 1992 mitgegründet, ebenso das „Wohnprojekt Ölberg“. Ehrenamtlich geführte Organisationen, die innovative Gemeinwesenarbeit leisten und zukunftsweisende Lösungen lokal, aber auch bundesweit vernetzt, entwickeln und umsetzen, sind die Quelle des politischen Engagements von Ulrike Kobrna, aus dem heraus im Laufe ihres Lebens breitgestreute Kompetenzen und Qualifikationen erwachsen sind (von Buchhaltung und Lohnverrechnung, über Projektmanagement bis Mediation). Als wesentlich erachtet sie, im Leben immer auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren und nicht dem Vergangenen nachzuhängen: „Leben heißt Brücken schlagen, über Ströme die vergehn“.

Gemeinsames Ziel im Gemeinderat

Wir GRÜNE Frauen werden in dieser Amtsperiode verstärkt auf frauenspezifische Aspekte der Gemeindepolitik achten. Wir wollen Frauen in der Kommunalpolitik stärken. Dazu gehört auch, die aktuell vorherrschende, männlich dominierte, großteils auf persönlicher Ebene und wenig sachbezogen geführte Gesprächskultur zu durchbrechen. Wünschenswert wäre eine – wie auch schon Teresa Arrieta (PUK) in ihrem Beitrag anlässlich des Valentinstags formuliert hat – überparteiliche Zusammenarbeit der weiblichen Mitglieder des Gemeinderats. Die Vision der GRÜNEN Frauen: Weniger Zeit und Aufmerksamkeit für persönliches Hick-Hack, sondern Fokussierung auf sachorientierte Diskussionen und Lösungsansätze!

Geschrieben von Irene Edtmayer, Ulrike Kobrna am .

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