Natur, Aktuelles

GRÜNE Klosterneuburg Mitinitiatoren bei überregionaler Baumschutzpetition

„Wald ist Naturraum und kein versichertes Gebäude.“

Dazu GRÜN STR Mag. Sepp Wimmer:

„Der Klimawandel führt durch ansteigende Temperaturen bei abnehmender Feuchtigkeit zu stärkerem Schädlingsbefall und mehr Baumschäden. Zusätzlich fallen immer mehr gesunde Waldflächen entlang von Straßen und Wegen überschießenden "Schutzschlägerungen aus Haftungsgründen" zum Opfer. Daher fordern wir GRÜNE - die Abschaffung der Haftung für waldtypische Gefahren wie, morsche Äste, umstürzende Bäumen, Wurzeln auf Waldwegen, etc., etc.!"

Die Haftung des Wegehalters für herabfallende Äste und umstürzende Bäume führt zu massiven vorsorglichen Schlägerungen - auch und besonders im Wienerwald. Grund dafür ist, dass in Österreich für die Haftung im Wald absurderweise die Gebäudehaftung gemäß § 1319 ABGB analog und unter völliger Außerachtlassung der waldtypischen Gege­benheiten zur Anwendung kommt und auch das Forstgesetz (§ 176) keinen ausreichenden Schutz des Waldes gegen diese „Schutzschlägerungen“ bietet. Diese Vorgangsweise ist weder mit den Natur- noch mit den Umweltschutz­vor­gaben gemäß § 3 Bundes-Verfassungsgesetz (Nachhaltigkeit) vereinbar, steht im Wider­spruch zu den Zielen des Biosphärenparks Wienerwald und hat folgende Konsequenzen:

  • Wertvoller Baumbestand geht aus vermeintlichen Sicherheitsgründen verloren.
  • Bäume und Wälder werden nur mehr als Gefahrenquelle gesehen, dabei ist ein Baum primär ein Schutzgut des öffentlichen Rechts und von gesamtgesellschaft­licher Be­deutung im Hinblick auf Bio­diver­si­tät, Klima, Erholung usw.
  • Der siedlungsnahe Wald büßt seine gerade in Zeiten des Klimawandels so wichtige Funk­tion als Klimaspeicher ein.

Das Betreten des Waldes soll, wie in Deutschland, grundsätzlich auf eigene Gefahr erfolgen und damit soll verhindert werden, dass Bäume aus präventiven Schutzgründen geschlägert werden oder der Wald für Besucher gesperrt wird. Der Wald ist ein Naturraum und wer sich in den Wald begibt, muss sich bewußt sein, dass er sich in keinem innerstädtischen Bereich mit klar definierten Schutzzonen befindet. Wald ist zum Glück noch unreglementierte Natur, und so wollen wir ihn auch behalten.

UnterstützerInnen dieser Petition ersuchen Frau Bundesministerin für Justiz, Dr. Alma Zadic, und Frau Bundesministerin für Landwirtschaft, Re­gio­nen und Tourismus, Elisabeth Köstinger, die Haftungsregelungen im Wald im Inter­es­se des Baumschutzes zu ändern und die Eigenverant­wor­tung der Menschen als NutzerInnen des Walds in den Vordergrund zu rücken.

https://www.noen.at/klosterneuburg/klosterneuburg-wer-haftet-fuer-den-morschen-ast-klosterneuburg-haftung-baumrodung-215717883

 

Geschrieben von STR Mag. Sepp Wimmer am .

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