Verkehr, Bebauung, Stadtentwicklung

STEK 2030+ in der Endphase

Stadtentwicklungskonzept 2030+ in der Endphase

Für GRÜNE besteht Aufklärungsbedarf hinsichtlich zentraler Fragen bei Bevölkerungsentwicklung und Verkehrsentwicklung Pionierviertel. Durch die intensive Bautätigkeit wird das derzeitige Ziel von 35.000 Personen mit Gesamtbevölkerung (Haupt- und Zweitwohnsitz) nicht annähernd zu halten sein. Beim Pionierviertel kommen GRÜNEN nicht auf 4.000 Fahrten, sondern über 6.000.

Dazu der Fraktionsobmann der GRÜNEN STR Mag. Sepp Wimmer: „Im Stek und im Amtsblatt (2018/8) wird immer wieder von einer moderaten Bevölkerungszunahme gesprochen. Im Stadtentwicklungskonzept steht: Bei der Entwicklung der Bevölkerung wird der Stadt eine weitere moderate Zunahme prognostiziert“. Oder im Amtsblatt 2018/8: „Klosterneuburgs Bevölkerung wuchs in den Jahren 2001 bis 2017 um ca. 0,5% pro Jahr. Im Vergleich zu anderen Gemeinden der Region ist das ein moderates Wachstum ….“.Das moderate Wachstum stimmt nur, wenn man die statistischen Daten der Bevölkerungszahlen heranzieht, die mit einem jährlichen Zuwachs von 0,5% nicht hoch sind. Auch dann, wenn man die Zweitwohnsitzer mitberechnet, ist der jährliche Zuwachs von 0,7% auch noch nicht besonders hoch. Von einem moderatem Wachstum ist jedoch nicht mehr die Rede, wenn man die statistischen Zahlen der jährlichen Wohnungszunahme von 1,7% bedeutet, dass zwischen 2001 und 2018 jedes Jahr im Durchschnitt 198 Wohnungen errichtet wurden. Das sind in den17 Jahren 3.376 Wohnungen.

Während also die Gesamtbevölkerung (Personen mit Haupt- und mit Zweitwohnsitz lediglich um 0,75% steigt, steigt die Zahl der Wohnungen jährlich um 1,7%. Normalerweise können die Wohnungen zwar höher steigen, nicht aber in einem so großen Ausmaß. Sind die Unterschiede zu groß wie im Fall von Klosterneuburg mit 1,7% und 0,75% weist dies auf eine deutliche Untererfassung der Gesamtbevölkerung hin. In Klosterneuburg ist dies maßgeblich der Hohe Anteil an Zweitwohnsitzen und die unmittelbare Nähe zu Wien. Jede Person kann aber bei der Volkszählung 1991 entscheiden, in welcher Gemeinde sie den Haupt- und in welcher sie den Zweitwohnsitz angibt. Die Personen, die sowohl einen Wohnsitz in Wien als auch Klosterneuburg haben, entscheiden sich meist für den Wiener Wohnsitz als Hauptwohnsitz. Gibt man z.B. beim Meldeamt nicht die Wiener Wohnung als Hauptwohnsitz an, verliert man den Wiener Parkplatz (Parkpickerl) oder die Wiener Gemeindewohnung. Noch stärker Untererfasst sind die Personen mit Zweitwohnsitz. Normalerweise sind es bei Zweitwohnungen, wie bei den Hauptwohnsitzwohnungen 2,2 Personen pro Wohnung. Es wird aber bei den Zweitwohnungen im Meldeamt oft nur 1 Person oder gar keine angegeben. Im Falle Klosterneuburg wie in anderen Gemeinden in ähnlicher Situation auch, kann man daher nur über die vorhandene Wohnungszahl Rückschlüsse auf die Gesamtbevölkerung ziehen.

Berücksichtigt man, dass im Jahre 2018 etwa 7% der Wohnungen leer standen bzw. gewerblich genutzt wurden (z.B. als Arztpraxis), kommt man für das Jahr 2018 auf 15.570 Wohnungen, die als Haupt- bzw. als Zweitwohnsitz genutzt wurden. Multipliziert man diese Wohnungen mit der statistischen durchschnittlichen Belagsdichte von 2,2 Personen pro Wohnung, so kommt man auf eine Gesamtbevölkerungszahl von 34.700 Personen für das Jahr 2018.

Das hat auch zur Folge, dass wir bereits im Jahr 2020 das Planungsziel vom aktuellen Stadtentwicklungskonzept von 35.000 Personen mit Haupt- und Zweitwohnsitz überschreiten werden. Geht diese Bautätigkeit so weiter und wird noch dazu das Pionierviertel wie geplant errichtet, sind wir dann im Jahr 2030 jenseits der 40.000 Einwohnermarke (Haupt- und Zweitwohnsitz).

Pionierviertel Verkehrsaufkommen!

Was die Fragen hinsichtlich des zukünftigen Verkehrsaufkommens des Pionierviertel betreffen, ergeben unsere Berechnungen ganz andere Zahlen als die offiziell vorliegenden (Koch Verkehrsplanung). Wir GRÜNE bekommen bei der Heeranziehung der üblichen „Richtwerte“ ganz andere Zahlen. Dabei kommt man auf ein viel höheres Verkehrsaufkommen beim Kreisverkehr in das Pionierviertel fahren als „offiziell“. Die Wienerstraße in Richtung Wien wird dadurch ungleich höher belastet.
Aus unserer GRÜNEN Sicht ist es daher unbedingt notwendig hier zu validen Verkehrszahlen zukommen. Hier ist auch die Kontrolle der Klosterneuburger Raumplanung gefragt. Es wurde hier auch leider keine nachvollziehbare Berechnungsmethode eingefordert. Auch der schon vorher von der Stadtgemeinde beauftragten Verkehrsplaner (Snizek + Partner) stelle in seiner Verkehrserhebung (2018) für das Pionierviertel fest: 4.000 KFZ pro Tag mehr. Keine Hinweise wie er zu diesen 4.000 KFZ kommen.

Zusammenfassung: Aus GRÜNER Sicht müssen nun, um valide Daten für ein glaubwürdiges Stadtentwicklungskonzept 2030+ zu bekommen die wesentlichen Daten der Bevölkerungszunahme und das Verkehrsaufkommen im geplanten Pionierviertel überprüft werden. Einmal die Divergenz zwischen Bevölkerungszunahme und Zunahme der Wohnungen ist außerhalb jeder statistischen Norm. Nach den jetzt vorliegenden Zahlen hätten wir jährlich eine Bevölkerungszunahme von +0,7%, das entspricht in realen Zahlen von 229 Personen jährlich und eine Wohnungszunahme von 1,7% (228 Wohnungen). Das würde bedeuten in jeder Wohnung lebt nur 1 Person, aber dies widerspricht allen gängigen Studien wo der anerkannte statistische Mittelwert bei 2,2 Personen liegt.

Wimmer abschliessend: „Die Ursache für dieses Klosterneuburger „Wohn Paradoxon“ kann vielerlei sein. Was wir GRÜNE aber auf jeden Fall verhindern wollen ist, dass wir bei der Erarbeitung des neuen Stadtentwicklungskonzept 2030+ nicht alle Daten (Wohnungsentwicklung) miteinbezogen wurden und dann „explodieren“ uns in den nächsten Jahren Einwohnerzahlen.

Und was den Verkehr, welches das Pionierviertel verursacht betrifft, ist es ebenso wesentlich ob mit 4.000 Fahrten (offiziell) zu rechnen ist, oder mit über 6.000, wie es aus den GRÜNEN Berechnungen hervorgeht. Wir, die am STEK 2030+ arbeiten müssen sicher sein, dass die Verkehrszahlen korrekt sind und nicht die Bevölkerung dann in endlosen Staus steckt und sich die Lebensqualität und die Umweltsituation (und damit auch die Klimasituation) in unserer Stadt massiv verschlechtert.

Diese entscheidenden Fragen sind zu klären:

1) Wie kommt es zum eklatanten Unterschied zwischen der jährlichen Befölkerungszunahme (0,75%) und der jährlichen Zunahme von Wohnungen (1,5%)?

2) Wie kommt es zu den unterschiedlichen Verkehrszahlen beim Pionierviertel zwischen offizieller Berechnung (3.118 Fahrten) und GRÜNER Berechnung (6.237).

Geschrieben von Christoph Stattin am .

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